Weihnachten

Fohes neues Jahr, wünsche besinnliche Weihnachten gehabt zu haben – jaja, ich bin spät dran. Aktuell komme ich kaum zum Schreiben. Arbeit, Laufen, Reiten und Freund nehmen mich zeitlich sehr in Anspruch. Corona hat mein Leben nicht wesentlich verändert, außer dass ich mich weniger mit Freunden treffe. Alles andere geht zum Glück noch, wenn auch mit Einschränkungen.

Weihnachten ist bei mir und meiner Familie grundsätzlich eine entspannte Angelegenheit. Mein Bruder und ich reisen meist einen Tag vor Heiligabend an. Am 24. Dezember wird dann der Weihnachtsbaum geschmückt. Irgendwie hat sich das etabliert, dass das meine Aufgabe ist. Abends wird zusammen gekocht (Rouladen mit Salzkartoffeln und Rotkohl, zum Nachtisch gibt es Herrencreme) und gegessen. Danach ist Bescherung. Das ist immer eine lustige Angelegenheit, weil wir um unsere Geschenke würfeln. Nur wer eine 6 würfelt, darf ein Geschenk auspacken. Das kann sich schon mal in die Länge ziehen… 😉

Am ersten Weihnachtsfeiertag frühstücken wir gemeinsam, nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen und ansonsten vertreiben wir uns die Zeit mit Gesellschaftsspielen. Früher haben wir uns mit der ganzen Verwandtschaft bei Oma getroffen, aber das hat sich mit ihrem Tod vor einigen Jahren auch erledigt. Zum Abendessen gibt es – pragmatisch wie wir sind – die Reste vom Vortag.

Am zweiten Feiertag breche ich meist schon wieder Richtung Heimat auf, weil es mir – ehrlich gesagt – dann zu langweilig bei meinen Eltern wird.

Dieses Mal war der Ablauf etwas anders. Dieses Weihnachten war ich sowohl bei meinen Eltern sowie bei der Familie des Orthopäden. Kurze Anmerkung: ich brauche eine alternative Bezeichnung für den Orthopäden. Das gefällt mir nicht mehr und ist zu unpersönlich. „Freund“ finde ich unkreativ, „Herzensmensch“ o.ä. ist zu kitschig. Ich muss mir dazu dringend Gedanken machen.

Die Tage vor Weihnachten war er tierisch angespannt gewesen. Bei seiner Familie laufen die Feiertage nämlich ganz anders ab. Ab dem 23.12. sind alle Kinder mit Partner da. Jeden Tag gibt es was Besonderes zu essen. Die Mutter war schon Wochen vorher am vorbereiten, einkaufen, putzen. Insbesondere das Gästezimmer, welches der Orthopäde als Stauraum für seine Umzugskartons verwendet hat, musste in Ordnung gebracht werden. Da gab es etwas Stress. Jetzt hat er endlich seine eigene Wohnung. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich hatte den Eindruck, dass er ganz glücklich war bei seinen Eltern rauszukommen, als er am ersten Weihnachtsfeiertag bei meinen Eltern ankam. Er wirkte deutlich entspannter als die Tage zuvor. Beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel ging er so richtig aus sich heraus und zog jedes Mal eine Show ab, wenn er eine Figur abwerfen konnte. Trotzdem verlor er haushoch 🙂 dafür zockte er uns beim Rummikub ab. Herrlich, wir hatten richtig Spaß.

Geschenke gab es übrigens auch. Ich hatte mir viele Gedanken gemacht, was ich ihm schenken könnte. Eigentlich hat er alles. Nicht nur eigentlich; er hat tatsächlich alles. Was er haben will, kauft er sich selbst. Ich hatte ihn gefragt, was er sich denn zu Weihnachten wünsche. Einen zweiten Controller für die PS5 und ein Spiel dafür, war die Antwort. Nichts, was ich gerne verschenkt hätte. Viel zu unpersönlich.

Irgendwann hatte ich dann die zündende Idee. Wenn mein Freund bei mir übernachtete, musste er ständig seine Ladekabel für Handy, Smartwatch, Tablet und co mitbringen. Mal abgesehen, dass es für ihn lästig war, nervte mich das Kabelgewirr auf meinem Nachttisch tierisch. Also gab es für ihn einen kabellose Ladestation. Zwar hatte er sowas schon, aber die stand bei ihm zu Hause. Jetzt hat er noch eine, die bei mir steht und auf meinem Nachttisch herrscht wieder Ordnung 🙂 ganz uneigennützig. Genauso uneigennützig war das zweite Geschenk, was ich ihm – oder eher mir – gemacht habe. Mein Freund besitzt nämlich einen ganz tollen Kaffeevollautomat, der ganz tollen Cappuccino macht, allerdings immer ohne Kakaoherz. Jetzt hat er die passenden Schablonen dafür und ich bekomme meinen Cappu immer mit Herz ❤

Von ihm bekam ich ein Wechselarmband für meine Sportuhr, eigentlich sogar zwei Armbänder, aber das zweite wurde immer noch nicht geliefert. Dann kann meine Uhr auch elegant aussehen. Hat er sehr gut ausgesucht.

Am nächsten Tag ging es dann weiter zu seinen Eltern. Dort lief alles weniger leger ab als bei meinen Eltern. Wobei ich es im Nachhinein betrachtet gar nicht so unentspannt fand, wie ich es erwartet hatte. Alle waren schick angezogen, mit Hemd und Bluse. Nicht übertrieben, aber festlich. Im Gegensatz dazu würde mein Vater niemals zu Weihnachten ein Hemd anziehen, er muss ja das Haus nicht verlassen und man bleibt in der Familie. Mein Vater ist allerdings ein schwieriger Mensch, dem Weihnachten und sonstige Anlässe ziemlich egal sind.

Auch hier haben wir nachmittags noch ein Gesellschaftsspiel gespielt: Tippen, auch Dreiblatt genannt. Das kannte ich bisher noch nicht, dabei handelt es sich um ein altes Kartenspiel, was schon die fast 90-jährige Oma in ihrer Jugend gespielt hat. Insbesondere die Oma hatte Spaß dabei. Die hat gezockt, als gäb es keinen Morgen mehr 🙂 Dabei haben wir um Geld gespielt. Keine Sorge, es ging nur um 10ct, ihre Rente hat sie nicht komplett verspielt 😉

Wie war Weihnachten bei euch?  Sehr feierlich in Abendgarderobe und Drei-Gänge-Menü? Oder leger mit Kartoffelsalat  und Würstchen?

29 Kommentare zu „Weihnachten

  1. Ja, ist denn heut noch Weihnachten? 🙂
    Schön, daß Du uns mal wieder updatest. Scheint ja richtig gut zu laufen mit dem Orthopäden und schön, daß jetzt jeder mal die Schwiegerfamilie und Weihnachten durch hat, oder? Sowas kann ja auch gaaanz dünnes Eis sein…

    Gefällt 3 Personen

  2. Christmette auf dem Marktplatz der Kreisstadt, ansonsten jeder für sich. Ich allein, meine Tochter mit ihrer Familie, mein Sohn mit seiner Familie. Kein Rumreisen. Mal richtig entspannend im Vergleich zu dem Trubel und Stress, den ich/alle sonst hatte/n, aber ich hoffe, dass nächstes Jahr wieder der übliche Stress möglich ist und die Erleichterung, wenn alles geklappt hat und alle wieder weg sind 🙂

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  3. Hach, noch mal kurz einen kleinen Abstecher in die Weihnachtszeit zurück 😀
    Prima, das du ein paar schöne Tage hattest und es mit deinem Orthopäden so gut läuft. Das freut mich.
    Kartoffelsalat und Würstchen gabs Heiligabend. Gans, Klöße und Rotkraut die Feiertage. Auch eher leger.
    Gruß Sandra

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  4. ach das ist schon so lang her. wir sind schon mitten im neuen jahr, coronabedingt wurden die feiergruppen verkleinert, meine (leibliche) familie habe ich nicht gesehen, nur muttern besucht. sonst alles gut. schönen dank für den späten einblick…….als wenig kuscheligen begriff habe ich schon von „lage“ gesprochen, lebensabschnittsgefährte/in…….aber das mögen nicht viele. ansonsten nutze ich meist einfach „liebste“, weil es genau das ist. ich bin gespannt auf deine wahl 😉

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    1. „Lage“ find ich ja fürchterlich 😀 „Liebster“ ebenso. Aber ich nutze auch sonst keinerlei Kosenamen, außer mal die Verkleinerungsform seines Vornamens, aber das macht seine Familie auch.

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  5. Angelehnt an Lebensabschnittsgefaehrte, und weil er bei euren ersten gemeinsamen Laufeinheiten abkürzte (hoffe ich hab‘ das noch richtig im Kopf): Laufabschnittsgefaehrte 😀

    BTW, du bist echt ne Marke:
    „Neee, ein Gamepad ist zu unpersoenlich…..“ *kauft Ladegeraet*….
    ROFL

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      1. „Den Kartoffelsalat gab es doch gar nicht.“
        Vielleicht war das der Fehler. 🙂 🙂

        Ey! ist ja noch kürzer, also viel besser. Und beim Stress dann „Ey Du“, dazu aufstampfen und ganz, ganz böse schauen. Müsste klappen. 😉

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  6. Direkt mal auf Dezember 2021 datiert und dazu ein Rechtschreibfehler in der Einleitung 😉 Warst du etwa betüdelt? 😉
    Werde mich hier langsam wieder etwas einlesen – mit meinem Knuffelcontact ging es letzten Monat zu Ende 😦

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      1. Da stand, dass der Post von Dezember 2021 sei 😉
        Gern…

        Ja, waren sechs nette Monate über ne längere Entfernung. Konnte sich dann nicht auf ne gemeinsame Perspektive einigen. Schade, aber ok

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