Ich will nicht wieder ins Krankenhaus

Ich fühle mich komplett ausgelaugt. Ich kann nicht mehr, bin psychisch erschöpft.

Ich habe meine Überweisung von meiner Ärztin abgeholt. Ich soll zur Kontrolle eine Lungenszintigraphie machen lassen.

Die Lungenszintigraphie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Beurteilung der Durchblutungs- und Belüftungsverhältnisse der Lunge. Man unterscheidet zwischen Lungenperfusions-, Lungenventilations- und Lungeninhalationsszintigrafie.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lungenszintigraphie)

Dabei wird entweder ein radioaktives Mittel eingeatmet oder gespritzt. Klingt ganz schön gefährlich, oder? Die Strahlenbelastung ist hierbei aber geringer als im CT.

Im Krankenhaus hier vor Ort kann ich diese Untersuchung machen lassen, sagt meine Ärztin. Ja, sagt auch die Sekretärin im Krankenhaus. Allerdings nur nach notfallmäßiger Aufnahme. Also habe ich weitertelefoniert. Das Krankenhaus im Nachbarort (20km entfernt) kann diese Untersuchung ebenfalls durchführen, allerdings auch nur nach stationärer Aufnahme. Wenn sie das radioaktive Medikament vorrätig hätten. Haben sie nicht. Wird erst in 4 Wochen geliefert.

Nach diesen beiden Telefonaten bin ich schon total genervt. Doch ich gebe nicht auf, telefoniere weiter. Ich kann alle Krankenhäuser des Kreises vergessen, da die alle zusammen arbeiten und mich somit nur stationär untersuchen würden. Das will ich nicht. Das muss doch auch ambulant möglich sein. Das nächste Krankenhaus mit Nuklearmedizin ist 30km entfernt. Die untersuchen dort aber nicht die Lunge. „Versuchen Sie es mal in (65km entfernt) oder in (80km entfernt). Letzteres macht das auf jeden Fall, die sind auf Lunge spezialisiert.“ Na super, das wird ja ein Tagesausflug für mich. Das finde ich eher suboptimal. Was ist, wenn die mich direkt da behalten wollen würden? Da kann niemand mal eben vorbeikommen um mir meine Sachen zu bringen.

Doch eine Option habe ich noch: Eine radiologische Praxis, die nur 25km entfernt ist. Dort fragt man mich zuerst nach der Methode, die angewendet werden soll: Perfusions- oder Inhalationsszintigraphie? Das ist auf dem Überweisungsschein nicht vermerkt. Also muss ich noch mal Rücksprache halten mit meiner Hausärztin. Die Dame am Telefon fügt hinzu, dass die Untersuchung aktuell trotzdem nicht machbar ist, da sie das radioaktive Mittel nicht vorrätig haben… Ich bin frustriert, genervt und fühle mich einfach nur müde.

Ich rufe wieder bei meiner Hausärztin an, schildere den Mädels am Telefon das Problem. Sie werden es weiterleiten, ich solle abends noch mal vorbeikommen oder anrufen.

 

Meine Ärztin hat sich gekümmert. Sie hat mit dem Oberarzt des hiesigen Krankenhauses gesprochen, ich kann die Szintigraphie dort machen, muss dazu allerdings stationär aufgenommen werden. Ich soll da morgen mal anrufen und einen Termin vereinbaren.

Ich will nicht wieder ins Krankenhaus.

26 Kommentare zu „Ich will nicht wieder ins Krankenhaus

  1. Oh Mann. Eine Lungenszintigraphie geht definitiv ambulant mit einem Zeitaufwand von 1,5-2 Stunden (weil gewartet werden muss, bis sich die radioaktive Substanz verteilt hat).
    „Medikament“ ist etwas übertrieben, es geht dabei um Techneticum. Das ist nur wenige Stunden haltbar (Du willst ja nicht tagelang radioaktv strahlen :). Suchwort dafür: Technetium-99m-Generator. In einer nuklearmedizinischen Praxis wird Techneticum auch für andere Zwecke verwendet und sollte daher stets vorrätig sein (also der Generator).
    Du solltest vielleicht mal überlegen – auch wenn es lästig ist – für einen Tag in die nächste ganz große Stadt zu reisen. In meiner ganz großen Stadt kenne ich mehrere Adressen, bei denen das möglich ist. Ich würde mich für so eine einfache Untersuchung auch nicht stationär aufnehmen lassen wollen.

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      1. Ja, da hast Du mich enttarnt… ich bin MTRA in so einer Praxis und daher öfter mal an einer Szintigraphie beteiligt.
        Ich drücke Dir die Daumen!

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  2. Fühl dich ganz doll gedrückt. Als ob das ganze nicht schon blöd genug ist, finde ich das es eine Unverschämtheit ist wie viel Patienten in Deutschland selber machen müssen. Da bin ich Immer wieder sprachlos, bin ich doch aus Schweden verwöhnt wo all sowas automatisch geklärt wird und der Patient nach Hause geht und auf den Brief mit dem Termin wartet…

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      1. Wenn es um sowas geht, ja. Lange Wartezeiten in der Medizin gibt es aber leider trotzdem. Hat also alles Vor- und Nachteile. Aber sich nicht alleine um Termine oder Arztbriefe kümmern zu müssen, ist ein klarer Vorteil.

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      2. Lange Wartezeiten, wenn man einen Termin hat und der Doc verspätet sich oder meinst langes Warten auf den Arzttermin? Bei manchen vermuteten Diagnosen muss man ja Angst haben, dass man zum Zeitpunkt des Termins schon nicht mehr am Leben ist. Hach ja, was war das doch schön, als man nur zur Vorsorge zum Arzt musste …

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    1. Ich könnte mir aber glatt vorstellen, dass der typische unzufriedene Deutsche dann am jammern ist, weil ihm der Terminvorschlag nicht gefällt 😉 „Mimimimi, Montags kann ich nicht, da hab ich Tanztee, Dienstags ist Krammarkt, Mittwochs Kaffeevisite. Ich kann nur Donnerstags zwischen 10-12 Uhr. Ach, ich soll ins Marienhospital? Da gehe ich nicht hin, das hat so einen schlechten Ruf, sagt der Schwager meiner Frisörin.“ 😜

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      1. Na in Schweden ist ja eh alles staatlich oder halb staatlich. Da muss man das nehmen was da ist, von wegen Praxiswechsel hin und her😂
        Und wenn du drei Monate auf ein MRT warten musst, bist du dann auch mit dem zufrieden was du kriegst. Glaub mir. 😂😅

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  3. Oje, so eine Szintigrafie habe ich vor ein paar Wochen auch gehabt, allerdings vom Skelett. Mir wurde das Mittel in die Armvene gespritzt, dann kam die Untersuchung auf dem Tisch. Danach musste ich viel trinken, mindestens drei Liter in zwei Stunden. Nach vielen Toilettengängen musste ich dann noch mal auf den Tisch und kurz darauf besprach der Doc die Bilder mit mir. Das fand in einer radiologischen Praxis in Bonn statt. Klinik ist immer doof, erst recht, wenn es „nur“ um solche Untersuchungen geht. Denn da kommt ja immer was dazwischen und man wartet und wartet. Ich drücke Dir die Daumen und wünsche eine rasche gute Besserung! LG Paninero

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      1. Laut Szinti sind meine Knochen zumindest nicht lebensbedrohlich krank. Sie sind nur zig Jahre älter als ich, so kommt mir das mit Rheumatoider Arthritis in fast allen Gelenken jedenfalls vor.

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      2. Da sagst Du was! Das Fiese ist ja, dass es bei jedem anders verläuft. Manchmal stören mich die nicht so blöd gemeinten Kommentare Außenstehender mehr als die Schmerzen und Einschränkungen (an die gewöhnt man sich wirklich): „Iss mehr dies und das. Bei meiner Oma hat XY geholfen. Hast Du schon ABC probiert?“ Noch übler sind dann aber Sprüche wie: „Brauchst Du die Krücke wirklich?“ Nee, das ist mein Schlagstock! Oder: „Komisch, Deine Hände sind doch noch gar nicht verkrüppelt und trotzdem tun die so weh?“

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  4. Es kann sein, dass es den Kliniken um das Abklingen des Technetiums vor dem Entlassen geht, auch wenn die Mengen eher sehr gering sind. Technetium-99m hat eine Halbwertszeit von etwa sechs Stunden, ist also nach einem Tag um einen Faktor 16 abgeklungen.

    Ich drücke die Daumen, dass Du was Ambulantes findest.

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  5. Fühl Dich mal gedrückt – kann mir gut vorstellen, daß es Dich nervt. Ich bin mal wegen einer Lungensache einen Tag nach Hemer gefahren. Ist zwar nicht um die Ecke, aber die machen dort ’ne Menge ambulant. GLG !

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