Geburtstag 2.0

Seit Montag bin ich wieder zu Hause. Mir geht es soweit ganz gut; mir ging es ja nie richtig schlecht. Diese Woche bin ich noch krankgeschrieben und wenn ich mir das zutraue darf ich nächste Woche wieder arbeiten.

 

Als ich letzte Woche Mittwoch ins Krankenhaus gekommen bin, war der Soldat einer der ersten, der Bescheid wusste. Als erstes hatte ich meinen Arbeitgeber informiert, als ich dann in der Notaufnahme saß und darauf wartete aufgerufen zu werden, schrieb ich dem Soldaten was los war. Meine Mutter informierte ich erst Stunden später als ich die Diagnose hatte. Die hätte sich sonst nur verrückt gemacht.

 

Meine Mutter kam mich noch am selben Abend besuchen, holte mir ein paar Sachen aus meiner Wohnung, die ich mittags in der Eile vergessen hatte. Auch ein paar Freunde kamen mittwochs direkt oder am Donnerstag. Als sich am nächsten Tag herausstellte, dass ich zur Beobachtung über das Wochenende bleiben musste, schrieb mir der Soldat: „Ich habe noch nie meinen Geburtstag im Krankenhaus verbracht. Öfter mal was Neues :D“ Denn am Freitag hatte der Soldat Geburtstag. Und irgendwie war es ja auch mein zweiter Geburtstag. Doch ich hatte die ganze Zeit Zweifel gehabt: ob es mit uns denn generell funktionieren würde wegen der Entfernung; ob er mich überhaupt besuchen würde, manche Leute (Männer) können mit Krankheiten ja gar nicht gut umgehen; ob er an seinem Geburtstag nicht etwas Besseres zu tun hätte. Ich hatte einfach zu viel Zeit zum Nachdenken… Doch für den Soldaten schien es selbstverständlich zu sein, dass er seinen Geburtstag an meinem Krankenbett verbrachte, oder besser: in meinem Krankenbett, hihi. Aber dazu später mehr.

Eine sehr liebe Freundin von mir hatte mir noch mal ein paar Sachen aus meiner Wohnung geholt. Mit dabei waren die Geburtstagsgeschenke für 2.0 und sie war so lieb und besorgte mir noch einen kleinen Kuchen sowie Geburtstagskerzen. Mega toll! Somit konnten wir auch richtig Geburtstag feiern. Aber erst als mein Krankenbesuch weg war, dann hatten wir endgültig unsere Ruhe, da sogar meine kleine Bettnachbarin entlassen worden war (die treulose Tomate; sie hatte mir doch versprochen, bis samstags da zu bleiben). Zunächst hatten der Soldat und ich am Fußende meines Krankenbettes gesessen. Er hatte mich in den Arm genommen und da sind bei mir alle Dämme gebrochen. Den ganzen Tag über war ich stark gewesen, hatte meinen Freunden erklärt, dass es mir gut ging, was ich genau habe, was gemacht wurde, wie es weiter ginge. Und eigentlich ging es mir auch gut, ich hatte keinerlei Beschwerden, was die Diagnose für mich einfach unheimlich machte. Und dann liefen mir doch die Tränen übers Gesicht. Ich muss sagen, dass der Soldat sehr sensibel reagiert hat. Hat mir gesagt, dass es völlig okay ist zu weinen, hat mich einfach im Arm gehalten, bis ich mich wieder gefangen hatte. Das tat gut.

Wir kuschelten uns in mein Krankenhausbett. Gut, dass meine Bettnachbarin entlassen worden war und noch niemand Neues das Bett bezogen hatte. Somit hatten wir etwas Privatsphäre. Nur die Nachtschwester schaute mal kurz rein, grinste, und verschwand wieder.

Er blieb bis kurz vor Mitternacht. Ich weiß nicht, ob jemand was gesagt hätte, wenn er über Nacht geblieben wäre. Doch so ein 90cm Bett ist zum Kuscheln ganz gemütlich, aber zum Schlafen benötige ich Platz. Der Soldat im Übrigen auch. So begleitete ich ihn noch kurz bis zum Aufzug, wo wir uns verabschiedeten. Die Nachtschwester quittierte auch dies mit einem Grinsen. Nachts um 2 Uhr bekam ich eine neue „Mitbewohnerin“. Da war es ganz gut, dass ich alleine in meinem Bett lag.

Ein Kommentar zu „Geburtstag 2.0

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