Kurzurlaub

Ich hatte ja schon angedeutet, dass der Soldat 2.0 und ich ein Wochenende zusammen wegfahren wollten. Ans Meer sollte es gehen und 2.0 schlug vor, auf eine deutsche Insel zu fahren. Gemeinsam saßen wir an meinem Laptop und googelten Reiseziele. Er gab dazu nur den Inselnamen und den Begriff „Leuchtturm“ ins Suchfenster ein und ließ sich die Bilder anzeigen. Norderney? Der Leuchtturm war hässlich. Der von Borkum ebenso. Das gleiche sagte 2.0 über Langeoog und Juist. Etwas amüsiert fragte ich ihn, ob er unser Urlaubsziel nach dem Leuchtturm aussuchen würde. „Ja, natürlich“, war seine Antwort. Er wolle seine Kameraausrüstung mitnehmen und dann wolle er auch schöne Motive haben (als ob ich nicht ausreichen würde…). Schließlich fanden wir doch noch einen klassischen rotweißgestreiften Leuchtturm – und der steht auf Ameland. Keine deutsche Insel zwar, aber Nordsee und halbwegs schnell erreichbar.

Freitags morgens ging es los. Ach, das ist auch schon wieder zwei Wochen her. Im Moment komme ich einfach nicht zum Schreiben. Früh am Morgen ging der Wecker. Ich als Morgenmuffel saß etwas wortkarg mit meinem Kaffee am Frühstückstisch. „Du fährst morgens auch nur auf Notstrom, oder?“, amüsierte sich 2.0. Bisher kannte er mich ja nur ausgeschlafen. Schnell packten wir die letzten Sachen ins Auto und schon ging es Richtung Meer. Unterwegs hörten wir zuerst Musik und dann „Alf – Grammatik Null Problemo“. Als Kind hatte ich mit Alf kaum Berührungspunkte gehabt; ich war mehr so das Sesamstraßen- oder Maus-Kind gewesen. Aber das Hörspiel fand ich gut 🙂 Da wird einem so richtig bewusst, dass die deutsche Sprache echt schwer ist.

 

Boah, ich tippe schon ewig an diesem Beitrag. Lösche Absätze, weil es zu langweilig klingt, formuliere Sätze um, fange von vorn an. Fakt ist: Der Urlaub ist mittlerweile 3 Wochen her und mir fehlt im Moment total der Kopf zum Schreiben. Ich weiß nicht warum. Vielleicht stresst mich der Jobwechsel doch mehr, als ich zugeben möchte. Mir fehlt zurzeit die innere Ruhe, ich fühle mich total aus dem Gleichgewicht gebracht und kann nicht mal sagen warum. Letzte Woche hatte ich Urlaub und bin zu nichts gekommen. Ich habe überwiegend geschlafen. Frühstück, Schlafen, irgendwas erledigen, Mittagessen, schlafen, Pferd, schlafen. So sahen meine Tage aus. Ich bin im Moment fix und fertig, am liebsten würde ich Winterschlaf halten.

Deswegen werde ich meinen Urlaubsbeitrag massiv kürzen. Im Moment stehe ich unter so verschiedenen Eindrücken, dass ich mich kaum an den Urlaub erinnern und  mich gar nicht so recht konzentrieren kann.

Ameland ist eine schöne Insel. Wenn man die Natur mag und sich gerne draußen bewegt, kann man dort eine gute Zeit verbringen: spazieren gehen – natürlich am Strand, aber auch die Dünenlandschaft ist herrlich. Es gibt auch einige interessante Geocaches, welche wir natürlich gesucht und gefunden haben. Ich hätte gern einen Strandausritt gemacht, aber dafür war mich die kurze Zeit mit 2.0 zu schade. Wären wir länger dort geblieben, hätte ich mir das nicht nehmen lassen. Aus demselben Grund war ich auch nicht joggen, wobei 2.0 da sogar hätte mitlaufen können.

Wir haben viel Zeit am Leuchtturm verbracht, denn 2.0 fotografiert sehr gerne. Vor allem im Dunkeln. Wir hatten uns mittags noch über eine Postkarte in einem Laden lustig gemacht, welche den Leuchtturm zeigte, dessen Lichtstrahlen überaus deutlich zu sehen waren. Das sah verdammt nach Photoshop aus. Dachten wir. Bis der Soldat dann abends mit seiner Kamera vor dem Leuchtturm stand und Bilder machte, die noch besser waren, als das Postkartenmotiv. Unfassbar, was mit einer guten Kamera alles so möglich ist. Vor lauter Freude hatte 2.0 sogar warme Hände – trotz 4°C Außentemperatur. Und er hat nie warme Hände; was das betrifft ist er wie eine Frau 😀 Stattdessen war ich am Frieren und saß unter einer olivgrünen Bundeswehrdecke im Auto, während der Soldat draußen vor dem Leuchtturm den besten Bildausschnitt suchte.

Am nächsten Tag sah die Abendgestaltung ähnlich aus. Diesmal durfte ich aber mit rauf aufs Bild. Mit einem Durchlichtschirm in der Hand, an dem unten der Blitz befestigt war. Auf den Fotos sieht es so aus, als wenn ich einen leuchtenden Schirm in der Hand halten würde. Ein bisschen spacig. Gottseidank war es an dem Abend deutlich wärmer. Danach machten wir es uns im Hotelzimmer gemütlich. Wir hatten uns eine Flasche Sekt mitgenommen. 2.0 bewies hier, dass er seinen Waffenschein nicht umsonst besaß, denn er schoss direkt mal mit dem Korken eine Delle in die Decke des Zimmers 😀 Ups….

Am nächsten Tag nutzten wir die verbleibende Zeit indem wir auf den Leuchtturm raufkletterten. Ohgott, wie ich diese steilen, holländischen Treppen verabscheue. Und wir waren natürlich im Bunkermuseum. Das war quasi Pflichtprogramm.

 

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich abends zu Hause war. 21 Uhr oder so? Der Soldat blieb zumindest nicht mehr lange, weil er am nächsten Morgen früh rausmusste und wieder eine lange Autofahrt vor sich hatte. Irgendwie war ich ganz froh, als er weg war. Nach drei Tagen kompletter Zweisamkeit brauchte ich mal wieder meine Ruhe.

Doch als ich im Bett lag, fehlte er mir schon wieder.

9 Kommentare zu „Kurzurlaub

  1. 😂…
    vielleicht plant ihr den nächsten Urlaub besser etwas abwechslungsreicher und auch auf Deine Bedürfnisse abgestimmt 😉 und dann ist es auch okay länger als ein Wochenende zu zweit zu sein denke ich 🙃

    Gefällt 1 Person

    1. Ohje, so negativ sollte der Beitrag gar nicht rüberkommen. Ich finde Fotografie auch mega interessant, ich hab nur keinerlei Ahnung von den technischen Einstellungen. Ich besitze sogar eine relativ gute Kamera, bin aber zu faul diese mitzuschleppen. Ist einfach unhandlich.😉

      Gefällt 1 Person

  2. Fahrt das nächste mal nach Rügen, da habt ihr eine Menge schöne Leuchttürme! Und da gibt es viel was man zusammen unternehmen kann 🙂
    So ein Wochenende sollte ich mir auch mal wieder gönnen!
    Liebe Grüße, Annie

    Gefällt 1 Person

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