Marathonwochenende

Vor einer Woche war der große Tag: Köln-Marathon!

 

Der Soldat 2.0 war freitags direkt nach der Arbeit zu mir gekommen, denn Samstag sollte es mittags direkt für mich nach Köln gehen. Damit wir uns überhaupt sehen konnten, musste er also freitags zu mir kommen. Ich hatte ihn vorgewarnt, dass er dann 1. mit zum Pferd musste und 2. dass ich etwas betrunken sein könnte. Ich hatte nämlich eine Wette mit einer Patientin verloren (Patientin (knapp 80, im betreuten Wohnen lebend): „Die Deutschen werden niemals die Vorrunde der WM überstehen.“ Ich: „Natürlich werden sie das.“ – „Wollen wir wetten, um eine Flasche Sekt?“ Zack, Wette verloren.). Während ich die Beine der Dame eine Stunde lang „lymphte“, leerten wir die Flasche Sekt. Nachmittags um halb 2 und ohne was zu essen im Bauch macht sich sowas sehr gut. Ich war gut angeheitert, als ich zu Hause war und den Soldaten begrüßte.

 

Wir tranken einen Kaffee, bevor mich 2.0 zum Pferd fuhr. Ich durfte ja nicht mehr fahren 😀 Ich überlegte kurz, ob ich ihn dazu einspannen sollte für mich den Stall auszumisten, aber ich wollte ihm ja nicht direkt das Thema „Stall“ versauen 😉 Also durfte er mir beim Arbeiten zusehen.

 

– Zeitsprung –

 

Am nächsten Mittag wurde ich um halb zwei von einem Laufkollegen abgeholt, der ebenfalls in Köln beim Marathon an den Start gehen würde. Ich verabschiedete mich vom Soldaten und weiter ging es – nachdem wir noch eine weitere Läuferin abgeholt hatten – nach Köln. Wir fuhren direkt zur Marathonmesse um unsere Startunterlagen abzuholen. Von der Messe war ich ganz schön enttäuscht. Bisher kenne ich ja nur den Marathon in Hamburg, welcher größer ist als der in Köln. Aber nachdem alle so von Köln geschwärmt hatten, hatte ich etwas mehr erwartet. Die Marathonmesse fand am Neumarkt statt, unter freiem Himmel. Zwar waren die Messestände größtenteils durch Pavillons überdacht, doch bei so richtig fiesem Oktoberwetter hätte es äußerst unangenehm werden können. Doch es war ein goldener Oktobertag, also gab es keine Probleme. Insgesamt war die Messe sehr  übersichtlich: ein paar Stände der Sponsoren, massig Fressbuden und die Stände für die Startunterlagenausgabe. Die Abfertigung hier ging sehr schnell und den Kleiderbeutel finde ich toll. Gut verarbeitet, groß genug für Wechselkleidung, Duschsachen und (wichtig!) Wechselschuhe. Hier war der Kleiderbeutel in HH dieses Jahr etwas zu klein geraten. Außerdem gibt es drei Außenfächer, ideal um Kleinkram übersichtlich zu verstauen. Im Kleiderbeutel befanden sich, außer der Startnummer, ein Kölschglas, Sicherheitsnadeln (davon habe ich mittlerweile zuhauf), ein Gutscheinheft für Sportveranstaltungen und noch ein paar Dinge, die mir nicht mehr einfallen.

Hotel, Kaffee trinken, Essen gehen (beim „Edelitaliener“: Es gab Wasser vom Discounter und Servietten von der Haushaltsrolle), schlafen, Frühstücken. Die Details erspare ich euch.

10Uhr Start mit Gänsehautfeeling, kurz darauf durfte dann auch mein blauer Startblock starten. Im Gegensatz zum Hamburg Marathon gab es für jeden Startblock einen einzelnen Countdown, was mega Stimmung machte. Ich lief viel zu schnell los. Vor mir sah ich den Pacemaker für 3:45h, da wollte und konnte ich nicht mitziehen. Ich versuchte mich zurückfallen zu lassen, doch die Masse zog mich mit. Meine Uhr war ebenfalls keine Orientierung, denn die zeigte mir konstant eine Pace von 6:43min an. Irgendwie versuchte ich meinen Rhythmus zu finden, der sich irgendwo bei 5:20 einpendelte, was eigentlich auch zu schnell für mich war. Ich hatte ja für eine Zeit knapp unter 4 Stunden trainiert, was einer Pace von 5:40min/km bedeutet. Aber es lief gut.

Vom Bahnhof Messe Deutz ging es los durch Köln. Über allem thronte der Dom, das Wetter war bewölkt und kühl, genau richtig für mich. Aber wo waren die Zuschauer? Nach 16km fing ich mich an zu langweilen. Wenig Stimmung am Straßenrand, wenn wir mal an einem Hotspot vorbeikamen, war nach 100m schon wieder all die Partystimmung verflogen. Rheinische Heiterkeit? Fehlanzeige!

Endlich die Halbmarathonmarke. Nur noch 21km. Und Himmel, was ist Köln hässlich. Wir liefen durch Betonschluchten, unterquerten Brücken, Zuschauer waren nachwievor Mangelware. Interessant fand ich den „Begegnungsverkehr“: auf der anderen Straßenseite liefen die schnelleren Läufer schon wieder die Strecke zurück bzw. später konnte ich die langsameren Läufer beobachten. Da wir mit einer ziemlich großen Gruppe angereist waren, war ich ständig auf der Suche nach meinen Trainingskollegen.

Immer noch war ich mit einem Tempo unterwegs, das mir eine Zielzeit von unter 3:50h voraussagte. Doch dann passierte es: bei Kilometer 27 fingen meine Zehen im rechten Fuß an zu krampfen. Gehpause. Immer wieder passierte das nun. Wieder anlaufen, Krampf, Gehpause, weiterlaufen, Krampf, Gehpause, weiterlaufen etc. Ich habe noch nie beim Laufen Krämpfe gehabt, hin und wieder mal beim Schwimmen, aber da ich kaum Schwimmen gehe, habe ich eigentlich nie Krämpfe. Das kostete jetzt Nerven und vor allem Zeit.

Nach knapp über 4 Stunden kam ich ins Ziel. Die magische Grenze knapp verpasst.

 

18 Kommentare zu „Marathonwochenende

  1. Auch von dieser Stelle aus nochmal herzlichen Glückwunsch und auf ejden Fall eine saustarke Leistung gezeigt!!! Ich bin mit Köln auch nicht wikrlich Warmgeworden – erschreckenderweise war es in diesem Jahr noch weniger Trubel-Jubel-Heiterkeit als in den beiden zurückliegenden Jahren. Möglicherweise hängt das auch damit zusammen, dass der Köln-Martahon genau zwischen Berlin (3W nach) und Frankfurt (3W vor) liegt?! Vergleichbar mit der Stimmung in HH ist meiner Erfahrung nach in Deutschland nur Berlin, stimmungstechnisch hat mich auch noch Amsterdam überzeugt oder aber natürlich NY – da erlebst du die Überdosis an Marathon – absolute Reizüberflutung was Stimmung und Zuschauerresonazn betrifft – danach ist überall nur noch Totehose… 😉

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  2. Herzlichen Glückwunsch zum Finish! Auch wenn ich nahe Köln lebe und in der City arbeite stimme ich Dir zu, der Lauf ist nicht so toll, wie die Kölner es darstellen, deswegen laufe ich dort auch keine Volldistanz, der Halbe ist erträglicher. In Düsseldorf fand ich übrigens die Stimmung viel besser, na und Berlin erst, oder Hamburg…!
    Habe gerade Deine ganze Soldatenstory heruntergelesen, au man! Aber Chapeau, wie Du das durchgestanden hast, wirklich.
    Und die Abrechnung mit Deinem Ex-Chef ist auch gut. Manche Chefs haben noch nicht mitbekommen, dass die Sklavenhaltung abgeschafft ist. Viel Erfolg für einen Neustart!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Danke 🙂
      Hamburg hat mir auch um einiges besser gefallen. Berlin kenne ich nur aus dem TV, aber da hab ich schon eine Gänsehaut bekommen 🙂
      Mein Ex-Chef scheint vor allem nicht mitbekommen zu haben, dass ich mir dank Fachkräftemangels die Jobs aussuchen kann und nicht auf ihn angewiesen bin 😈 Das hat er nun davon.
      Danke für dein Interesse 😉

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  3. So ein Ärger mit den Krämpfen, wenn man so gut in der Zeit liegt… 😂 ich hab auch kaum Krämpfe beim Schwimmen – weil ich das lieber sein lasse 😂
    Beim nächsten Mal dann wieder locker unter die 4 h 🍀🍀 das macht mir ein wenig Angst wie schnell Du bist! Viel Erfolg

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