Der Soldat 2.0 – Krank zu Hause und Pläne

Das Wochenende war eigentlich voll durchgeplant. Der Freitag war für das Pferd reserviert, am Samstagvormittag stand ein Arbeitsdienst an der Reithalle an und im Anschluss wollte ich zum Soldaten fahren oder zumindest in seine Stadt. Denn dort sollte am Sonntag eine Laufveranstaltung stattfinden, wo ich mit einigen aus meinem Lauftreff teilnehmen wollte. Praktisch, somit sparte ich mir am Sonntagmorgen die lange Anfahrt und ich konnte samstags schon die Startunterlagen abholen. Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden?!

Ich hatte mich mega gefreut auf dieses Wochenende. Aber wie das so ist, Pläne sind dazu da um durchkreuzt zu werden. Als ich am Freitag auf dem Pferd saß, hatte ich schon so ein flaues Gefühl im Magen. Ich hatte mir dabei nichts gedacht, manchmal habe ich das, wenn ich zu viel Kaffee getrunken habe. Als mir kurz danach das Pferd vor Schreck und mit Anlauf auf den linken Fuß sprang, fühlte ich mich an das letzte Jahr erinnert, wo mir der Bock so die Marathonteilnahme versaut hatte. Deswegen war ich auch gar nicht so verwundert, dass ich Kreislaufprobleme bekam und mir schwarz vor Augen wurde. Auf dem Weg von der Reithalle zurück zum Stall musste ich mal schnell absteigen, sonst wäre ich vom Pferd gekippt. Ganz liebe Fußgänger haben mir mit einer Flasche Wasser Erste Hilfe geleistet. Wenig später wurde mir trotzdem wieder schlecht. Das Pferd schaute mich etwas entsetzt an, als ich mich in seinen Stall erbrach. (Das Tier soll sich nicht so anstellen, ich hab’s ja auch selbst weggemacht. Immerhin räum ich ja auch immer seine Hinterlassenschaften weg. Okay, war nicht so nett, dass ich mich übergeben musste, als das Pferd am Fressen war, gibt sicherlich Appetitlicheres.)

Was folgte war ein Wochenende mit Fieber, Erbrechen, Durchfall. Das volle Programm. Den Soldaten wollte ich in diesem Zustand nicht sehen.

Am Montag ging ich mit noch wackeligen Beinen wieder arbeiten. Alles in aufrechter Position war einfach nur anstrengend. Zumindest schienen Magen und Darm sich nach dem Wochenende beruhigt zu haben. Doch ich bin ja ein braver Arbeitnehmer und will meine Patienten behandelt wissen. Aber ich merkte schnell, dass mein Kreislauf einfach noch nicht wieder hergestellt war um stundenlang an der Behandlungsliege zu stehen. Also meldete ich mich krank. Mein (zukünftiger Ex-)Chef war not amused.

Das Wetter war herrlich am Montag und ich lag im Bett. Oder auf dem Sofa. Der Soldat 2.0 hatte den Tag noch frei und fragte, ob ich mich fit genug fühle, damit er vorbeikäme. Und ob mein Magen bereit für ein Eis sei, bei dem herrlichen Wetter. Vielleicht nicht unbedingt in meinem Wohnort, aber man könne ja woanders hinfahren. Mittlerweile fühlte ich mich wieder richtig gut und mir war langweilig. Ich freute mich über das Treffen.

Wir kuschelten uns zunächst auf meine Couch, erzählten uns von den vergangenen Tagen und knutschten dann zunehmend heftig herum. Mit einem Mal plumpste meine Plüschgiraffe, die auf der Rückenlehne des Sofas saß, von ihrem Platz auf meine Brust. Wir mussten total lachen; das war irgendwie das Zeichen: „Hey, ihr wolltet doch Eis essen gehen.“ Also machten wir uns auf den Weg zur Eisdiele.

Wir saßen in der Sonne, genossen die Wärme. Statt eines Eisbechers bestellten wir uns beide eine frische Waffel mit Vanilleeis, doch nach ein paar Bissen war ich schon satt. Mein Magen, der in den letzten Tagen nur Salzstangen und Zwieback vertragen hatte, war noch nicht bereit für „große“ Mengen Nahrung. Der Soldat verputzte die restlichen ¾ meiner Waffel. Er erzählte, dass er bald Urlaub habe, weil er Überstunden abbauen müsse. Er wolle dann gerne ein paar Tage wegfahren, ans Meer oder so. „Du hast doch auch noch Resturlaub, oder? Was hältst du davon, wenn wir zusammen ans Meer fahren?“ Ach, das wäre so schön wenn das klappen könnte 🙂

19 Kommentare zu „Der Soldat 2.0 – Krank zu Hause und Pläne

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