Der Soldat 2.0 – Wie viel Wahrheit steckt in einem Horoskop?

Hier im Ort war Stadtfest. Ich schlug dem Soldaten 2.0 vor, gemeinsam dorthin zu gehen, immerhin machte er sich immer mal wieder über meine Kleinstadt lustig, weil dort so wenig los war. Das war jetzt mal die Gelegenheit, meinen Ort mitsamt Menschen zu sehen 😀

Da ich für den Samstagmorgen einen langen Lauf geplant hatte und der Soldat am Abend mit seinen Jungs unterwegs war, blieb uns nur der Sonntag. Sobald er wieder fit war, machte er sich auf den Weg zu mir. Am frühen Nachmittag traf er ein. Wir begrüßten uns mit einem Kuss und machten es uns kurz auf meinem Sofa bequem. Mir ging es an dem Tag übrigens nicht besonders gut. Ich hatte eine Halswirbelblockade und konnte den Kopf kaum nach links drehen oder nach oben schauen. Für den Begrüßungskuss musste sich 2.0 bücken, weil ich einfach den Kopf nicht anheben konnte.

Der Soldat ließ durchblicken, dass er noch nicht wirklich gegessen hatte, also gingen wir schon bald in die Stadt. Der Soldat brauchte Fleisch! Fleisch am Stück und keins, welches sich löffeln ließ, denn das gab es in der Kaserne oft genug. Also entschieden wir uns für Schnitzel im Brötchen, für mich mit Krautsalat, für ihn ohne Grünzeug.

Dann gingen wir weiter in den Park, wo eine Tanzbühne aufgebaut war. Eine Freundin von mir hatte dort einen Tanzauftritt, den ich gerne sehen wollte. Aber zunächst einmal trafen wir einen ehemaligen Patienten von mir, der mit seiner Freundin an einem Stehtisch stand. Seine Freundin tanzte umher und er erzählte mir und dem Soldaten von seinen letzten Arztterminen. Der Soldat amüsierte sich über das ungleiche Paar: mein Patient, Pole, vielleicht 1,70m groß, der mir in gebrochenem Deutsch Geschichten erzählte. Und seine Freundin, bestimmt 10cm größer, mega quirlig, die ihn immer wieder korrigierte. Gegensätze ziehen sich an.

Wir holten uns was zu trinken, beobachteten das bunte Treiben und plötzlich entdeckte ich Freunde von mir, die mit ihrem Kind und der halben Verwandtschaft unterwegs waren. Meine Freundin wusste grob, dass es da eventuell vielleicht jemanden in meinem Leben gibt, aber so ganz up to date war sie noch nicht. Jetzt kann sie sich den Rest der Geschichte wohl denken. Aber es ist ja in so einer Kleinstadt nicht so, als wenn man seinen Bekannte aus dem Weg gehen könnte… meine Freunde zogen irgendwann mit ihrer Familie weiter und ich traf eine Altenpflegerin.  Ohje, eine ehemalige Kollegin des Altenpflegers βeta. Aber davon wusste sie nichts. Wir unterhielten uns über die Arbeit, irgendwie fand sie überhaupt kein Ende und ich ließ sie mit den Worten stehen, dass wir uns noch  ein wenig die Beine vertreten wollten. Eigentlich warteten wir ja nur auf den Auftritt meiner Freundin, aber der verzögerte sich. Also liefen wir Hand in Hand durch den Park, weg von den Menschenmassen. Der Soldat  hob immer mal wieder meine Hand um meine Finger zu küssen oder er zog mich an sich heran. Schließlich standen wir auf einer Brücke, suchten Fische im flachen Wasser, beobachteten die Enten, knutschten 🙂

Wir gingen zurück zur Bühne, wo mittlerweile auch meine Freundin mit ihrem Tanzpartner eingetroffen war. Voll gestylt im Lateinoutfit – so habe ich sie bisher noch nicht gesehen. Ich stellte den Soldaten vor, wir  unterhielten uns kurz, dann mussten die beiden tanzen. Wow, ich hätte nicht gedacht, dass sie so mit dem Hintern wackeln kann 😀

Da verkaufsoffener Sonntag war, wollte ich noch kurz in den Drogeriemarkt. In der Einkaufspassage hängen Bildschirme, auf denen die Öffnungszeiten angezeigt werden oder aktuelle Nachrichten. Oder das Horoskop. „Wow, ich habe vollen Ausschlag. Überall fünf Sterne“, staunte der Soldat. Beruf, Liebe und Gesundheit – für den Skorpion standen am Sonntag die Sterne gut. Und für mich, für den Krebs? Äh Mist, den hatten wir verpasst. Als nächstes wurden wieder Öffnungszeiten angezeigt. Was war, wenn ich nur einen Stern in der Liebe hatte? Nicht, dass ich daran glauben würde, aber wenn der Soldat so sehr mit seinen fünf Sternen angab, dann wollte ich zumindest wissen, wie meine Sterne standen und ob unsere Horoskope kompatibel waren. Trotzdem gingen wir erst in die Drogerie. Für meine vielgeschundenen Füße brauchte ich noch eine Pflegecreme. Der Soldat schaute kurz nach einer Zahnbürstenhülle, aber die gefielen ihm alle nicht. „Ich weiß immer genau, was ich will“, erklärte er mir. „Und wenn ich etwas bestimmtes suche, dann gehe ich auch keine Kompromisse ein.“ – „Wonach genau hast du bei Tinder gesucht?“, wollte ich wissen. Als Antwort bekam ich nur ein Grinsen.

So, zurück zu den Bildschirmen. Diese zeigten nun die Fußballergebnisse. Ich wollte wissen, wie meine Sterne stehen! Also setzten wir uns auf eine Bank und warteten auf das Horoskop. Und dann wurden die Sterne für den Krebs angezeigt. Beruf: 3 Sterne (passt ungefähr), Gesundheit: 4 Sterne (abgesehen von meinen Nackenproblemen ging es mir gut), Liebe: 4 Sterne. (Fast) kompatibel mit dem Skorpion.

Wenn Schokonüsse schon eine Bedeutung haben, was sagt das Horoskop aus?

15 Kommentare zu „Der Soldat 2.0 – Wie viel Wahrheit steckt in einem Horoskop?

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