Der Soldat 2.0 – Nackt unter der Klimaanlage

Am folgenden Wochenende traf ich wieder den Soldaten 2.0. Es war ein Samstag und irre heiß draußen (somit hänge ich jetzt zeitlich nur noch eine Woche hinterher). Eigentlich wollten wir eine Radtour machen. Ich hatte mir schon alles schön überlegt: Mir hatte mal ein Patient einen Gutschein für eine Eisdiele im Nachbarort geschenkt. Da komme ich im Normalfall nicht hin. Das war jetzt die perfekte Gelegenheit, den Gutschein einzulösen. Ich hatte mir sogar schon auf der Karte herausgesucht, wie man am besten mit dem Fahrrad dorthin fährt. Doch blöderweise war das Auto von 2.0 in den Warnstreik getreten und so musste er auf das Motorrad ausweichen (noch so eine Gemeinsamkeit mit dem Vollidioten 1.0. Der hatte angeblich auch ein Motorrad – hatte er natürlich nicht). Damit war es schwierig sein Fahrrad mitzubringen und ich versuchte mir ein Alternativprogramm zu überlegen. Spaziergang am See? Eher ungünstig, nicht dass wir da zufällig dem Altenpfleger über den Weg liefen, wenn der vor bzw. nach seinem Dienst sich dort die Beine vertrat. Ach, irgendwas würde uns schon einfallen.

Der Soldat 2.0 kam bei mir an und zog direkt seine Motorradkluft aus und kurze Hose und Tshirt an. Ihm war warm in der Schutzkleidung. Klar, bei über 30°C. Ich schaute ihm dabei interessiert zu 🙂 Als er wieder vollständig bekleidet war setzten wir uns auf meine Couch, wo es trotz tropischer Temperaturen draußen angenehm kühl war. Denn mein supertoller Vermieter hatet mir vor ein paar Jahren eine Klimaanlage eingebaut, weswegen es in meiner Dachgeschosswohnung immer angenehm ist 😀 Dort kuschelten und knutschten wir und viel weiter kamen wir an diesem Tag nicht  🙂 Es wurde spät, wir wurden müde. Ich bot 2.0 an, dass er gerne bei mir übernachten könne und er blieb.

Es war einfach schön, mal wieder mit jemandem einzuschlafen, im Arm gehalten zu werden und morgens neben jemandem aufzuwachen. Ich fühlte mich einfach nur total wohl neben ihm, total entspannt. Er war einfach nur da, bei mir. Nicht so wie Arschloch 1.0, der immer gehetzt wirkte, immer auf dem Sprung und in Habachtstellung. Das hatte er mir mit seinen Kriegserlebnissen erklärt, welche ja frei erfunden waren. 2.0 war wirklich bei mir, physisch wie psychisch (er war übrigens nie im Einsatz gewesen).

 

Zwischendurch meldete sich immer mal wieder der Altenpfleger. Fragte sich, warum ich mich kaum meldete. Ich vertröstete ihn auf später. Und ich hatte ein schlechtes Gewissen

10 Kommentare zu „Der Soldat 2.0 – Nackt unter der Klimaanlage

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