Marathon – Lasse reden!

Mein Marathontraining ist hart, jedes Marathontraining ist hart.

Die Marathonvorbereitung letztes Jahr bestand aus ein paar langen Läufen (lang im Sinne von 30km und mehr), Tempodauerläufe im Renntempo (5:40min/km), Intervallen und kürzeren Ausdauerläufen. Die Tempodauerläufe waren für mich Stress pur, denn Anfangs war das Tempo fast zu hoch für mich und ich musste ordentlich beißen.

Dieses Jahr bestand das Training bisher überwiegend aus langen Ausdauerläufen und ein paar Intervalleinheiten. Ab nächster Woche sind auch Tempodauerläufe dabei. Ich fühle mich weniger gestresst, denn ich laufe nur nach Puls, meist in meiner Wohlfühlzone, und trotzdem werde ich schneller. Insgesamt sind die Trainingseinheiten durch die hohe Kilometeranzahl zwar länger, aber dafür habe ich in der Woche einen Trainingstag weniger als letztes Jahr. Heute zum Beispiel habe ich sportfrei 🙂 Ein Luxus!

Es gibt aber Leute, denen mein Trainingsplan nicht gefällt. Die Renn-Oma unseres Lauftreffs hat sich besorgt geäußert: sie habe gehört, dass ich am Samstag 30km gelaufen bin (pfff, 33km, bitte schön!). Sie sei erschrocken gewesen, es sind doch noch 6 Wochen bis zum Marathon. Sie selbst starte in 3 Wochen bei einem Marathon uns sei erst einen langen Lauf gelaufen. Wieviele lange Läufe müsse ich denn machen?! (Keine Ahnung, da hatte ich den restlichen Plan noch nicht) Ob das nicht zu viel würde, nicht dass ich mich noch verletze.

Diese Litanei bekam ich Sonntag per Whatsapp. Ich war genervt. Es ist doch mein Ding, wieviel ich laufe. Meinen Plan hat ein zertifizierter Trainer geschrieben, der Plan ist auf mich abgestimmt – was mischt sich die Renn-Oma da ein?! Ooookay, mit einem Alter von über 60 Jahren, 15 gefinshten Marathons (und das auch noch deutlich unter 4 Stunden!) hat sie natürlich eine mega Lauf- und Lebenserfahrung. Aber: viele Wege führen nach Rom und auch ein anderer Trainingsplan bringt mich ins Ziel (hoffe ich).

Am nächsten Tag traf ich sie beim Training wieder. Sie sprach mich an: „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass du Samstag schon 30km gelaufen bist (33km!!! Bitteschön, dann auch richtig.). Ich habe gestern extra noch mal mit meinem Sohn telefoniert (Marathoncrack, kann alles, läuft, schwimmt, rennradelt, schrecklich schnell). Der sagt auch, dass du zu viel läufst.“

Die hat echt sonst nichts zu tun. Außer Laufen natürlich. Aber selbst beim Training zerbricht sie sich ihren Kopf über mein Training. Das war nämlich Thema beim Sonntagmorgenlauf, habe ich gehört. Nachdem sich die Renn-Oma über mein Training echauffiert hatte, habe jemand aus der Gruppe sie darauf hingewiesen, dass sie ja – im Gegensatz zu mir – ihre langen Läufe viel zu schnell absolvieren würde. Ach, das wollte sie nicht hören.

 

Jetzt bespiel ich meinen Mp3-Player neu: Die Ärzte – Lasse redn

 

 

 

Montag, 12.03.

Soll: 15 Minuten einlaufen, 3 Steigerungsläufe a 60 m, 7 x (30 Sek. Sprint + 4 Min. Gehen/Trab), 15 Min. ausl.

Haben: 8,16km, 7x Sprint

 

Mittwoch, 14.03.

Soll: 20km, Puls <153

Haben: 20,48km, Pace 6:13, Puls 150

 

Freitag, 16.03.

Soll: 15 Minuten einlaufen, 3 Steigerungsläufe a 60 m, 5 x (30 Sek. Sprint + 4 Min. Gehen/Trab), 15 Min. ausl.

Haben: 7,87km, 5x Sprint

 

Samstag, 17.03.

Soll: 33km, Puls <153

Haben: 33,13km, Pace 6:22, Puls 147

 

Montag, 19.03.

Soll: 15 Minuten einlaufen, 3 Steigerungsläufe a 60 m, 5 x (30 Sek. Sprint + 4 Min. Gehen/Trab), 15 Min. ausl.

Haben: 7,69km, 5x Sprint

 

Mittwoch, 21.03.

Soll: 20km, Puls <153

Haben: 20,24km, Pace 5:57 (Yeah!) Puls 150

 

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7 Kommentare zu „Marathon – Lasse reden!

  1. Lasse redn habe ich schon zu lange nicht mehr gehört! Seit dem Festival letztes WE füllt aber eine Menge elektronische Musik meinen Kopf.

    Rein instinktiv widerspreche ich der Renn-Oma Deines Kreises vehement. Ich bin noch keinen Marathon gelaufen, zugegeben. Aber ich merke sehr deutlich, dass ich meinen Körper an die längeren Strecken (auch schon Halbmarathon) gewöhnen muss, dass ich viele Läufe in Wettkampflänge absolvieren sollte, um vorbereitet zu sein – und die langen Läufe nicht zu schnell laufen sollte. Dein Trainingsplan entspricht also den Erfahrungen, die ich über Halbmarathon-Training selbst an mir gemacht habe.

    Dass Marathon-Training noch was anderes ist, weiß ich auch. Aber allein die Erfahrung, wie plötzlich die Kraft (nach erfolgreich absolviertem Halbmarathon) bei zwei Läufen (26 und 29km) dann abriss (bei 25km und 28km ging’s plötzlich so viel schwerer … ), lässt mich bei Deinem Plan das große Nicken kriegen.

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    1. Im Vergleich zu anderen Trainingsplänen habe ich schon sehr viele sehr lange Läufe dabei. Aber das heißt doch nicht, dass es falsch ist 😉 Und das ist es, was mich so nervt. Man weicht von der Norm ab, also ist es nicht richtig.
      Naja, ich musste mal Dampf ablassen 😉

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      1. Deine Renn-Oma hat immerhin noch die Erfahrung – auch wenn ich wie gesagt bei Deinem Trainingsplan instinktiv das große Nicken bekomme.

        Ich kriege gefühlt oft Hinweise, ich würde zu viel, in falscher Weise, in falschem Rhythmus vorgehen, und zwar von Leuten, die … naja … nun die Erfahrung nicht unbedingt haben, um mir sicher sagen zu können, was für sie funktioniert, geschweigedenn, was für mich funktioniert.

        Dass Du Dampf ablassen musst, verstehe ich. Wenn man schon ein bisschen Laufen intus hat, versteht oft niemand den eigenen Körper so gut wie man selbst – und auch sonst meistens …

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  2. Ich kenn das, der Umfang bei meinem ersten Marathon war ähnlich. Ich hatte zwei lange Läufe die Woche, die sich von 15 Kilometer bis auf 33 Kilometer gesteigert haben. Auch meiner wurde mir auf den Leib geschrieben und ich durfte mir solche Kommentare anhören. – Was soll ich sagen, es war mein bester Marathon! Lass dich nicht irritieren, so lange es dir gut damit geht, mach weiter so! Nie lernt man seinen Körper und sich selbst so gut kennen wie im Marathontraining!

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