Der Tennisspieler – Ruhe

Wir trafen uns häufiger, gingen Eis essen, knutschten, kuschelten und mehr.

Ich fühlte – und fühle mich noch immer – wohl in seiner Nähe. Er tut mir gut. Er ist einfach da. Verteufelt mich ruhig, wenn ich ihn jetzt ausgerechnet mit dem Soldaten vergleiche (der rennt übrigens immer noch frei rum). Beim Soldaten hatte ich immer das Gefühl, dass er mit seinen Gedanken irgendwo anders war. Kein Wunder, er hatte ja einen stressigen Job, Sorgerechtsstreitereien, eine schwerwiegende Krankheit – muahahaha – eine andere Frau, ein fiktives Leben. Er musste ja immer auf der Hut sein, immer in Habachtstellung, damit er nicht aus seiner Rolle fällt. Er kam nie zur Ruhe, schaltete nie wirklich ab, war ständig unter Strom. Das machte mich nervös, nur war mir das lange nicht bewusst.

Beim Tennisspieler ist das anders. Er strahlt Ruhe aus und macht mich nicht nervös. Ich habe den Eindruck, dass er irgendwie in sich selbst ruht. Er tut mir gut. Achtung: das sind der Eindruck und die Empfindungen einer Frau, die sich 9 Monate lang von einem Hartz IV-Empfänger hat erzählen lassen, dass er ein wohlhabender Soldat ist. Man sollte meine Aussagen also mit Vorsicht genießen. Ich mag seine Art und freue mich wenn wir uns sehen. Aber mir fehlt das Kribbeln, die Schmetterlinge. Mir ist das ganze schon zu ruhig. Wir haben gute Gespräche, die mir aber irgendwie zu sachlich bleiben, zu emotionslos. „Was sich liebt, das neckt sich“, aber ich kann ihn nicht necken, ich wüsste nicht wie und womit. Ich glaube, dass ich keineswegs auf den Mund gefallen bin. Ich habe immer einen blöden Spruch auf Lager. Selbst meine Patienten, die ich ja kaum kenne, müssen sich manchmal von mir foppen lassen.

Doch beim Tennisspieler kann ich das nicht. Es gibt nichts, womit ich ihn aufziehen kann, er sagt nichts, worauf ich etwas Freches erwidern kann. Das passt nicht zu mir, das bin nicht ich. Es irritiert mich! Dabei mag ich Gespräche, in denen man sich quasi die Bälle passend zuspielt (hey, es gibt doch noch eine Tennnismetapher). Damals mit dem Altenpfleger hatte ich solch einen Spaß an unserem Flirt, einfach, weil er schlagfertig war, weil er mich zum Lachen brachte. Sowas mag ich. Oder wenn ich jemand zum Lachen bringen kann.

Mit dem Tennisspieler habe ich bisher noch nicht gelacht.

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10 Kommentare zu „Der Tennisspieler – Ruhe

  1. Interessiert er dich nun oder nicht ?
    Hast du schon hinter seine Maske schauen können ?

    Leg doch mal die Tinder Attitüde ab und interessiere dich mal für den Menschen.
    Oberflächlichliches Gegacker ersetzt nunmal keinen ernsthaften Menschen.

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  2. Lachen gehört zum Leben, miteinander, übereinander, unbeschwert. Das Leben ist so ernst, vielmals. Vielleicht setzt ihr die falschen Schwerpunkte, vielleicht seid ihr euch nur Termine im Terminplan. Vielleicht auch nicht, da reicht der Einblick nicht. Vielleicht brauchts auch noch Zeit. Viel Glück.

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