Der Soldat – Das Gespräch mit der Schwägerin

Auch diesen Beitrag verfasse ich schon einige Zeit vor dem Berufungstermin. Veröffentlichen werde ich ihn erst danach.

Ich hatte mich mit der Schwägerin des Soldaten verabredet. Sie wollte meine Geschichte hören, wollte wissen, ob ich ihr und ihren Geschwistern irgendwie helfen konnte, ihrer Schwester, also der Frau des Vollidioten die Augen zu öffnen über ihren Ehemann. Nennen wir die Schwägerin der Einfachheit halber Bianca.

Kurze Zusammenfassung, damit hier niemand durcheinanderkommt:

  • Soldat = Vollidiot
  • Ella = Ehefrau des Soldaten/Vollidioten
  • Bianca = Schwester von Ella, Schwägerin vom Soldaten

Weitere Protagonisten des Gesprächs waren eine gute Freundin von mir, deren Cousine mit einem Bruder von Bianca verheiratet ist; der Ehemann von Bianca und einer ihrer Brüder (große Familie, viele Geschwister).

Wir trafen uns bei Bianca und ihrem Mann zu Hause, ihr Bruder war auch anwesend. Wir saßen draußen auf der Dachterrasse und tranken Kaffee, während ich zunächst meine Geschichte erzählte: wie ich den Soldaten kennenlernte, wie ich ihm das Geld lieh, von seiner Krebsdiagnose, unserer Trennung, dem „Revival“. Ich erzählte, wie ich erfuhr, dass er mich die ganze Zeit mit einer anderen, nämlich mit Ella betrogen hatte (oder sie mit mir); erzählte von der Zwangsvollstreckung, von meiner Anzeige bei der Polizei und von der Gerichtsverhandlung. Die drei waren schockiert. Ella war bereits einige Monate mit dem Soldaten zusammen gewesen, als ich ihn kennenlernte. Sie war und ist noch immer total von ihm besessen. Mittlerweile vertraut sie ihrem Freund bzw. Mann mehr als ihrer Familie. Sie hat Versicherungen und Sparverträge aufgelöst, weil der Soldat der Meinung war, dass sie diese nicht benötige.

Die Geschwister konnten ihn von Anfang an nicht leiden. Er war zu großspurig, zu arrogant. Er erzählte zu viele Geschichten, die nicht stimmen konnten. Der Mann von Bianca hatte die Fakten geprüft. Hatte sich alles über die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr im Internet zusammengesucht und festgestellt, dass der Soldat niemals Major sein konnte. Außerdem hatten die Abzeichen auf seiner Uniform gar nicht zu seinem Rang gepasst. Sie hatten ihn darauf angesprochen und er war ausgerastet, hatte sie aus der Wohnung geschmissen und Hausverbot erteilt. Seine Frau hatte nur stumm daneben gesessen. Mit ihr war nicht zu reden.

Ich hatte im Telefonat mit Bianca bereits erwähnt, dass der Soldat unter falschem Namen bei Facebook aktiv war. Sie und ihr Mann hatten dieser falschen Identität eine Freundschaftsanfrage geschickt. Sie wollten subtil Druck auf ihn ausüben. Ihm zeigen, dass sie Bescheid wussten.

Bianca wollte auf jeden Fall mit zum Gericht kommen, wenn der Verhandlungstermin anstand. Ihr Mann war auch dabei und sie wollte noch versuchen, die anderen Geschwister zu aktivieren. Nur Ella nicht. Bianca vertraute ihr nicht mehr. Sie war sich nicht sicher, ob Ella tatsächlich so naiv und blind war, ihrem Mann alles zu glauben. Oder akzeptierte sie schlichtweg seine Machenschaften? Sie war in den letzten Monaten abgemagert, sah schlecht aus. Scheinbar ging es ihr nicht gut, auch wenn sie nach außen hin sich anders gab. Aber sie ließ den Kontakt zu ihren Geschwistern mehr und mehr abbrechen, denn immer gab es Streit. Auch der Kontakt zu ihren Freunden war weniger geworden. Bianca wusste nicht, von welcher Seite her das kam. Ob die Freunde den Soldaten nicht mochten und deswegen die Treffen scheuten. Oder ob der Soldat den Kontakt unterband.

 

Ich bin froh, dass Bianca und ihre Familie mit zum Gericht kommen. Aus meinem Freundeskreis bekommt leider niemand Urlaub und so ganz allein mag ich nicht hingehen. Doch mit ihnen im Rücken fühle ich mich stark. Vor allem will ich das Gesicht des Soldaten sehen, wenn ich mit der Familie seiner Frau auftauche.

10 Kommentare zu „Der Soldat – Das Gespräch mit der Schwägerin

  1. hallo ich habe erst vor kurzen zu deinem Blog gefunden aber ich möchte dir auf diesem wege Kraft und Mut senden. Ich war selbst mal in der Situation total blind vor liebe zu sein und weiß wie scheiße das ist. Respekt davor wie du das alles durchstehst. Ich selbst hätte das ohne meine Freunde und Familie nicht geschafft.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Anna! Danke für deinen lieben Kommentar. Ich hoffe, dass die Geschichte durchgestanden ist. Ohne meine Freunde und Familie hätte ich das ebenfalls nicht geschafft. Ich glaube, dass mich die Geschichte stark gemacht hat. Ich weiß jetzt, auf wen ich mich immer verlassen kann und ich weiß, was ICH alles schaffen kann.
      Ich hoffe für dich, dass du die Geschichte gut abgeschlossen hast ☺

      Gefällt 1 Person

  2. Ou man.. Beim letzten Eintrag dachte ich auch noch so, Mädel, lass lieber die Finger davon.. Aber jetzt denke ich, dass es gut war. Einmal gut für dich, mit Menschen zu sprechen, die ähnliches mit dem Typen erlebt haben und andererseits auch gut, jemanden hinter dir zu haben vor Gericht. Es ist verdammt nicht einfach dort zu sitzen und sich und seine Belange verteidigen zu müssen gegen jemanden der alles tun und alles behaupten würde, nur um seine nichtswürdige Haut zu retten.
    Ich hoffe, es ist alles gut ausgegangen. Und ich hoffe, Ella findet einen Weg da raus, sie ist scheinbar emotional völlig abhängig von dem Typen, grauenhaft!

    Gefällt 2 Personen

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