Der Walker

Der Walker betreibt eine Sportart, die dem Spazierengehen optisch sehr ähnlich ist. Auch technisch ist kein großer Unterschied vorhanden. Die Fuß- und Beinbewegungen sind die Selben, nur der Armschwung ist beim Walking ausgeprägter. Die Geschwindigkeit sollte bei dieser Sportart höher sein als beim Spaziergang. Das deutsche Walkinginstitut hat sogar definiert, ab welcher Schrittfrequenz man von Walking spricht, nämlich mehr als 100 Schritte pro Minute (https://www.walking.de/176.php).

Wenn man allerdings mal unterwegs ist, draußen zwischen Wäldern und Feldern, kann man so manchen Walker sehen, den man nicht an der Schrittfrequenz als eben Solchen identifizieren kann. Nur die sportliche Bekleidung lässt darauf schließen, dass es sich bei dem gehenden Menschen um einen Walker handelt und nicht um einen Spaziergänger. Gerne geht der Walker – oder viel mehr die Walkerin, denn männliche Walker sieht man eher selten – mit Freunden sporteln. Was der Läufer als Trainingspartner ansieht, ist für den Walker ein Freund. Oder anders: Der Läufer lernt seine Trainingspartner durch den Lauftreff kennen, irgendwann werden diese dann zu Freunden. Der Walker hingegen fragt im Freundeskreis herum, ob jemand Lust auf Walking hätte. So werden Freunde zu Trainingspartnern. Wobei das Wort „Training“ beim Walker eher selten gebraucht wird, denn Training impliziert gewisse Ambitionen: besser/schneller/ausdauernder werden. Der Walker hat diese Ziele nicht. Er geht/walkt, mit dem Ziel sich zu bewegen, etwas für die Gesundheit zu tun und im Idealfall abzunehmen. Der Walker ist nämlich von Natur aus leicht (oder auch schwer) übergewichtig. Da muss man sich natürlich bewegen, damit man den Kilos den Kampf ansagen kann. Joggen/Laufen ist für den Walker aber utopisch, denn damit macht man sich die Gelenke kaputt. Das kann man überall lesen, in der Tina zum Beispiel. Oder Brigitte. Oder Frau im Spiegel.

Außerdem kann man sich beim Walken wunderbar unterhalten. Vor allem darüber, was man nach der Sportrunde essen wird. Nämlich ein oder zwei Stück Käsesahnetorte, das Rezept stand auch in der Brigitte und ist low-carb. Hat auch nur 2000kcal, aber die kann man sich ja gönnen; bei 30min Schlenderwalking verbrennt man ja mindestens 5000000kcal. Zumindest gefühlt. Deswegen bleibt der Walker leicht übergewichtig, und das, obwohl er immer mit Frettverbrennungspuls unterwegs ist.

 

Dieser Text basiert auf wissenschaftlichen Tatsachen und ist frei von Ironie und Übertreibungen.

8 Kommentare zu „Der Walker

  1. Gut dass ich kein Walker bin, sondern Power Walker. Darum trifft der gesamte Artikel auf mich nicht zu. Früher war ich Läufer, da fand ich Walker auch lustig. Inzwischen sehe ich das anders. Es kommt nur auf das Tempo an. Ab einem gewissen Tempo wird Walken nämlich unökonomisch und dann wird es eine ziemlich anstrengende Sache, so ab 7 min/km. Sollte jeder Jogger/Läufer mal probieren, aber nicht rennen, sonst bist du disqualifiziert….

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    1. Sachlich gesehen ist Walking ein toller Sport, wenn man ihn mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betreibt. Genau diese vermisse ich aber bei vielen (Nordic) Walkern. Wenn die sich nicht mal Sportkleidung anziehen oder im Schlendertempo durch die Gegend latschen und den Atem haben sich über Kuchenrezepte auszutauschen (okay, fail. Beim Laufen kann ich auch noch reden, jedoch selten über Kuchen), dann kann ich sie auch nicht ernst nehmen.

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