Marathon – Gesundheit

Das Marathontraining macht sich so langsam gesundheitlich bemerkbar. Klar, der Ruhepuls sinkt, die Ausdauer steigt – das sind die positiven Effekte. Aber es gibt auch negative Auswirkungen. Wegen einer anderen Geschichte war ich letztens beim Arzt. Routinemäßig musste ich eine Urinprobe abgeben, dabei hat der Arzt dann Blut im Urin festgestellt. Auch in der Vergleichsprobe eine Woche später. Beschwerden habe ich keine und das Blut ist mit bloßem Auge nicht erkennbar. Der Arzt erklärte mir, dass das gerade bei Marathonläufern mal vorkommen kann. Trotzdem will er noch Röntgenbilder und Blasenspiegelung machen. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen.

Außerdem zwickt jetzt auch noch die linke Hüfte. Ja, ich muss mehr dehnen. Aber es ist nicht nur die Muskulatur, die zieht. Mir scheint, dass das Gelenk mit betroffen ist. Vielleicht kommt’s auch aus dem Rücken, ich kann mich schlecht selbst befunden.

Montag, 03. 04.

Soll: 15km, 5:30er-Pace                     Haben: 15,12km, 1Std 22min (Pace 5:26) Puls: 162

Einer der wenigen Tempoläufe, der mir leicht fiel und Spaß machte. Vielleicht lag es am Tageslicht, vielleicht an der Gruppenzusammenstellung. Drei schnelle Männer und ich. Naja, eigentlich nur zweieinhalb schnelle Männer. Der halbe war nicht fit und ist generell nicht so schnell (schon aber schneller als ich), tat aber so, als wenn er weiß Gott für Zeiten laufen könnte. Montag war er aber echt nicht fit, schnaufte ganz schön und ich konnte meine spitze Zunge nicht immer im Zaum halten und foppte ihn etwas. Gut, dass ich genug Luft zum Reden hatte. Tempo passte also. Allerdings fühlte ich mich am Montag schon etwas hüftsteif, das legte sich aber nach den ersten Kilometern und ich beendete das Training endlich mal mit einem guten Gefühl.

Mittwoch, 05.04.

Soll: Intervalle                  Haben: 6x400m

Mein Puls wollte gar nicht hoch gehen. 178 maximal, sonst geht der auch mal auf 190 hoch. Was das bedeutet? Keine Ahnung. Ich hätte zumindest nicht schneller laufen können. Meine Hüfte war wieder nicht ganz okay, das merkte ich aber nur bei den langsamen 200m. Während der Tempo-Einheit war ich beschwerdefrei.

Donnerstag, 06.04.

Soll: 10km, ruhiges Tempo                 Haben: 8,9km, 55min 46sec (Pace 6:15), Puls: 140

Boah, hatte ich schwere Beine. Die Füße klebten förmlich am Asphalt und mein linkes Bein… Schmerz ist übertrieben, aber ich lief einfach nicht rund. Wäre ich ein Pferd, würde man sagen, dass ich einen leichten Taktfehler hatte. Mistmistmist, 42km werde ich so nie im Leben durchstehen.

Freitag, 07.04.

Soll: 8km, 5:30er-Pace                   Haben: Abbruch

Bisher hatte ich keinen meiner Freitagsläufe absolviert. Diesmal war ich festentschlossen planmäßig zu laufen. Doch ich kam einfach nicht in Tritt. Ich fühlte mich nach wie vor steif, der ganze linke Oberschenkel zog und das wurde auch nach anderthalb Kilometern nicht besser. Frustriert drehte ich um. Auch bei normaler Belastung, sprich beim Gehen, merkte ich, dass das Bein nicht in Ordnung war. Zu Hause dehnte ich mich ausgiebig in der Hoffnung, den langen Lauf am Samstag irgendwie zu überstehen.

Samstag, 08.04.

Soll: 32km, ruhiges Tempo Haben: 30,76km, 3Std 15min (Pace 6:21), Puls: 140

Und morgens schmerzte das Bein immer noch. Mit jedem Schritt. Nicht unerträglich, eher lästig. Also, was sollte ich tun? Zähne zusammenbeißen und laufen? Das würde nicht funktionieren, hatte am Freitag ja auch nicht geklappt. Das Training ausfallen lassen – schon wieder? Nein, das wollte ich auch nicht! Ich nahm eine Schmerztablette. Ja, ich weiß, das ist weder klug noch gesund (bitte, lieber Kinderlein, macht nicht nach, was die Tante Somi da schreibt), aber ich wusste mir nicht anders zu helfen.

Vor dem Lauf hatte ich mich noch mal ausgiebig gedehnt. Dann lief ich los. Ja, es zwickte und zwackte noch hier und da, aber irgendwann fand ich meinen Rhythmus und ich konnte taktklar laufen. Trotzdem: ideal ist das nicht. Unter Schmerzen/Schmerzmitteln zu laufen ist Mist! Hunger bekam ich dann auch noch unterwegs, das Gel half da nicht wirklich. Nach guten 30km war ich wieder zu Hause. Normalerweise hätte ich noch eine Runde durch das Wohngebiet gedreht, um meine Kilometer voll zu bekommen, aber der Hunger trieb mich heim. Außerdem musste ich eine Stunde später schon wieder beim Standesamt sein. Eine Freundin von mir heiratete. Übrigens: jetzt bin ich nicht mehr nur der einzige Single in der Clique. Nein, jetzt bin ich auch als einzige unverheiratet.

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9 Kommentare zu „Marathon – Gesundheit

  1. Soso. Die Steigerung wären jetzt noch 3 Aspirin vor dem Start, um die Durchblutung zu fördern… ich dachte immer, dein Verhalten wäre eher eine typische männliche Eigenschaft. Aber ich verstehe das schon, mitunter monatelange Vorbereitung, alle Gedanken um dies Thema und dann, ja vielleicht alles halb so schlimm, nur ein Nervenschnupfen oder die Hüfte hat sich mal verschluckt… ich wünsch dir das mal. Meine letzte Bänderverletzung war da eine klare Ansage, 2 Monate erzwungene Laufpause, und jetzt nach 6 Monaten, naja, es wird schon wieder. Sagen wir mal 90% gut 😊

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    1. Ich habe früher regelmäßig Probleme gehabt. Deswegen bin ich auch nie länger als 5km gelaufen. Die letzten Jahre ging es gut und immer besser.
      Heute kann ich nicht mal schmerzfrei gehen. Werde gleich mal auf meine Gym-Matte gehen, mein Fibulaköpfchen mobilisieren und die Muskulatur dehnen 😦

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      1. So, jetzt musste ich erst noch nach dem Fibula gurgeln, nicht dass das was Unanständiges ist, tsts (Spaß).
        Just in dem Moment als ich beschloss, nach vielen Jahren Sportabstinenz das Laufen anzufangen, bekam ich seinerzeit Fußschmerzen, keine 10 Minuten gehen waren schmerzfrei drin, diverse Arztbesuche halfen nicht. Ich fing dennoch an und nach 2 Wochen Laufen (anfangs 5x die Woche, max 3 km !) waren sämtliche Schmerzen verschwunden und haben sich nie wieder unter dem Tisch hervorgetraut. Soviel dazu.
        Wobei ich die langen Kanten immer noch weglasse, soweit bin ich noch nicht. Aber nochmal das Gefühl, bei einem Marathon lächelnd die HM-Marke zu überqueren, und noch Bäume ausreißen zu können, das hätt‘ ich schon gern auch nochmal.
        So, ich glaub das wars jetzt aber. Dir ein gutes Gelingen deiner Wünsche.

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