Der Soldat – Gerichtsverhandlung III – Das Geld

Rückblende. Es gibt ein Detail, welches ich euch bisher unterschlagen habe. Tatsächlich hatte der Soldat Geld zurück gezahlt. Am Samstag vor dem Showdown auf der Kirmes war er noch bei mir gewesen bzw. vielmehr bei meiner Wohnung. Mich hatte er dort nicht angetroffen. Er hatte mir 50€ in einem Umschlag in den Briefkasten geworfen. Dazu ein Brief, geschrieben auf Papier einer Speditionsfirma (ich zitiere, inklusive Rechtschreibfehler).

Hallo xy

Es ist zwar nicht viel Geld, aber es ist für jetzt so ziehmlich alles was ich aufbringen kann! Am 15. giebt es das nächste und zum nächsten 1. Dann immer 100-150€ anders geht es leider nicht.

Hoffe du kannst Das so Akzeptieren. LG XY

Der Brief war handschriftlich verfasst und mit Tinte geschrieben. Der Soldat hatte mir mal erzählt, dass er nur ungern mit Kugelschreiber schriebe, am liebsten mit dem Füllfederhalter. Scheinbar hatte er in diesem Punkt nicht gelogen.

Dieses Geld sehe ich als kleines Schmerzensgeld. Ich hatte es im Mahnbescheid nicht berücksichtigt sondern die volle Summe anmahnen lassen. Er hätte dem ja widersprechen können. Außerdem hatte ich ihm die Zahlung ja nicht quittiert. Hehe. Ist das verwerflich?

Zurück im Gericht. Der Staatsanwalt fragte noch mal nach: „Sie haben also nur 50€ vom Angeklagten erhalten?“ – „Ja.“ Er notierte sich etwas. Der Richter fragte nach: „Haben Sie noch weitere Fragen an die Zeugin? Nicht? Dann, Herr Angeklagter, dürfen Sie Fragen stellen.“ Der Soldat drehte sich zu mir um und ratterte los: „Du hast gesagt, du hast nur 50€ bekommen. Ich habe dir aber 250€ in den Briefkasten geworfen. Da habe ich eine Zeugin für, die hat vorher noch das Geld nachgezählt und dann…“ – „Herr Angeklagter“, der Richter bremste ihn aus. „Das ist keine Frage, Sie dürfen der Zeugin Fragen stellen. Dass sie nur 50€ von Ihnen erhalten hat, hat sie ja schon zwei mal bestätigt. Wollen Sie ihr noch eine Frage stellen? Nein? Gut. Frau Zeugin, Sie bleiben hiermit unvereidigt. Sie dürfen die Verhandlung verlassen oder hinten Platz nehmen.“

Natürlich setzte ich mich zu meinen Freundinnen nach hinten in den Gerichtssaal. Den Rest von dem Spektakel wollte ich mir nicht entgehen lassen.

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8 Kommentare zu „Der Soldat – Gerichtsverhandlung III – Das Geld

  1. Liebe Somi,
    habe mich in den letzten beiden Stunden durch die Soldaten-Geschichte gelesen, von Anfang bis Ende, also jetzt. Mannomann, mir ist einige Male das Kinn bis zum Schreibtisch runter gefallen und meistens konnte ich nur denken: Waaaaaas?!, What the f…?! oder „Wait WHAT?!“
    Du große Güte, und ich dachte schon, mein Leben wäre eine Soap! Ich bin über die Maße gespannt, wie die Verhandlung ausgegangen ist.

    Außerdem wünsch ich dir für demnächst den Mann deines Lebens, so mit Antrag, Haus und Hund und Zwillingen – auch wenn das für die Leser langweilig(er) wäre, egal! 🙂
    Liebe Grüße!

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    1. Du bist nicht die Einzige, die in den letzten Tagen die ganze Soldatengeschichte nachgelesen hat. Was der Kerl mir an Klickzahlen beschert, ist Wahnsinn (sonst 30 am Tag, heute schon über 300).
      Danke für die lieben Wünsche. Mann mit Hund nehme ich gerne, aber es müssen nicht unbedingt Zwillinge sein 😀 Wobei Zwillinge aus Blogsicht bestimmt spannender sind als ein Einzelkind 😉
      lg

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