Marathon – Wie alles begann

Es gibt noch zwei andere große Lieben in meinem Leben – abgesehen von den Männern. Zum einen liebe ich das Pferd und die Reiterei als solches, zurzeit auch ein Pferd im speziellen. Da gab es auch reichlich Liebeleien, Affären, aber auch feste Beziehungen zu so manchem Pferd. Manche scheiterten aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen. Aber jetzt scheint es die wahre Liebe zu sein. Dazu werde ich vielleicht später noch schreiben.

Die andere Liebe ist das Laufen. Doch wie es in so manchem Liebesfilm ist, waren das Laufen und ich zunächst ziemliche Feinde. Als Kind musste ich an dem einen oder anderen Bambini-Lauf teilnehmen. Meine Mutter war (und ist es immer noch) ziemlich sportbegeistert und versuchte mich ebenfalls zu begeistern. Tja, und so lief ich bei den Wettkämpfen mit und wurde regelmäßig eine der letzten. Einer der absoluten Tiefpunkte war der Kommentar des Stadionsprechers als ich ins Ziel einlief: „Und da kommt jetzt jemand mit einem gaaaanz roten Kopf!“ Ja, ich bekomme auch heute noch ein rotes Gesicht beim Sport. Das muss man aber nicht auch noch öffentlich erwähnen.

Irgendwann gab ich die Bambini-Lauferei auf, begann dann wieder, als meine Mutter einen Laufkurs speziell für Mädchen anbot. Damals war ich 14 und meine Freundinnen nahmen auch am Laufkurs teil, sodass das Ganze Spaß machte. Ich nahm auch immer wieder an Volksläufen teil und gewann sogar zwei Pokale in meiner Altersklasse – vermutlich war ich einzige Teilnehmerin in meinem Alter 😀 Leider warfen mich immer wieder gesundheitliche Probleme aus dem Training: Knie, Schienbeinkante, eingeschlafene Füße (klingt lustig, ist aber äußerst lästig). Immer wieder gab ich das Laufen auf, weil mich die Beschwerden demotivierten, und immer wieder begann ich mit dem Sport, meist auf Grund imaginärer Figurprobleme.

Seit sechs Jahren bin jetzt wieder konstant im Training. Damals bin ich in eine neue Stadt gezogen, wollte Leute kennenlernen und meldete mich beim hiesigen Lauftreff an. Hätte ich damals gewusst, wie schnell dort gelaufen wird, wäre ich nie zum Training gefahren: den Hinweis auf der Homepage „willkommen ist jeder, der 10km locker in einer Stunde läuft“ hatte ich erst später gefunden. 10km konnte ich in einer Stunde laufen, aber garantiert nicht locker. Das erste Training absolvierte ich tapfer. Der Lauftreffleiter/Trainer, auch liebevoll Träna genannt, lief erst nur mit mir, um mich einschätzen zu können. Danach wurde ich ins kalte Wasser geworfen und ich biss die Zähne zusammen um mit den anderen mithalten zu können. Nein, Schwächen eingestehen und um langsameres Tempo bitten, das gab es bei mir nicht.

Mittlerweile ist das Tempo im Lauftreff generell ruhiger geworden. Außerdem kann ich schneller laufen. Ich habe mich durchgebissen und durchgehalten. Im vergangenen Jahr bin ich meinen ersten Marathon  gelaufen. Der Träna hat mir den Trainingsplan geschrieben. Als er fragte, was denn mein Ziel für den Marathon sei, sagte ich „Irgendwie durchkommen.“ Er schnaubte nur: „Nö, mach mal unter vier Stunden.“ Na, der hatte ja ein Vertrauen in mir. Ich habe dieses Vertrauen nicht enttäuscht und bin nach 3 Stunden 58 Minuten über die Ziellinie gelaufen. Dieses Jahr werde ich versuchen meine Leistung zu wiederholen. Ich fühle mich aktuell aber etwas unfit. Ich werde euch in den nächsten Wochen von meinem Training berichten (und vom Soldaten, wenn es was neues gibt. Und von den anderen Männern, wenn mir danach ist.).

Mein sportliches Ziel für 2017 ist also, den Hamburg-Marathon in unter 3 Stunden 58 Minuten zu beenden (ein bisschen Steigerung muss ja wohl möglich sein). Außerdem will ich über die 10km endlich die 50min-Marke knacken. Aktuell liegt dort meine persönliche Bestzeit bei genau 51min.

Und sonst? Klar, gesund bleiben und Spaß haben 🙂

8 Kommentare zu „Marathon – Wie alles begann

    1. Der Marathon ist am 23.April. Ein bisschen Zeit bleibt also noch. Letztes Jahr habe ich vier Trainingstage sausen lassen, 1x wegen Sturmwarnung, 1x weil ich mich verschnupft fühlte und 2x wegen des Soldaten (pfffft). Wenn es kein Glatteis gibt, sollte das Training wohl möglich sein. Gegen alles andere gibt es Kleidung 😉

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  1. Ich verfolge deine Laufgeschichten jetzt schon eine Zeit und ich muss sagen, ich erkenne Parallelen zu meiner Laufkarriere 😉 Ich bin auch grade im Training für den Istrski Marathon im April und hole mir durch deine Berichte auch immer wieder ein bißchen Motivation. Mir macht zur Zeit das Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung, normalerweise bin ich nicht empfindlich, aber bei den tiefen Temperaturen zur Zeit (bis zu -18 Grad) fällt mir das Atmen beim Laufen schon ganz schön schwer! Angeblich soll es aber nächste Woche wieder Plusgrade haben 🙂 Ich wünsche dir noch alles Gute für dein Training! LG

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