Der Soldat – Ein Brief

Liebes Arschloch,

Vielleicht liest du diesen Brief tatsächlich irgendwann. Ich glaube sowieso, dass du meinen Blog gefunden hast, obwohl du dir nichts anmerken lässt. Aber Sandra Meyer ist aufgeflogen. Nur du weißt, wie es wirklich dazu kam. Ich kann einzig Vermutungen anstellen. Ich hatte ja Kontakt zu deiner Ex-Freundin/Affäre, die du als Mediziner aus Münster kennengelernt hattest. Bei Facebook habe ich sie als Freundin hinzugefügt um weiter mit ihn in Kontakt zu bleiben. Aber das weißt du sicher. Zwar hat sie dich auf allen Kanälen blockiert, aber blöderweise ist ihre Freundesliste öffentlich einsehbar. Falls du mit einer deiner falschen Identitäten ihr Profil angeschaut hast, wird dir bestimmt aufgefallen sein, dass wir nun befreundet sind. Mir war von vornherein klar, dass das Spiel „Sandra Meyer“ ein Spiel mit dem Feuer sein wird. Ich habe auch nicht bedacht, dass die Internetsuchmaschine tatsächlich auf meinen Blog verweisen könnte, wenn man diesen Namen eingibt – insbesondere in Kombination mit ihrem Beruf. Ja, das war wirklich nicht klug von mir. Kein Wunder, dass du sauer warst und mir bei Whatsapp geschrieben hast.

Mag sein, dass du Ella tatsächlich in alles eingeweiht hast – so wie du behauptet hast. Mag sein, dass sie sich über all das köstlich amüsiert hat. Dann allerdings zweifle ich an ihrem Verstand. Wer teilt denn schon gerne den Mann, den man liebt mit anderen Frauen? Ich hatte ja schon den Verdacht, dass du sie wirklich eingeweiht hast, und du als eine Art Heiratsschwindler unterwegs bist. Das ergaunerte Geld teilt ihr euch dann. Mittlerweile glaube ich aber, dass dir dein (Sex-)Leben zu langweilig ist, dass du in andere Rollen schlüpfen musst, weil du einfach den Kick brauchst. Warum sonst bist du bei Facebook mit Camgirls befreundet oder in Gruppen wie „Geile Mädchen suchen geile Jungs“?

Ella wird das nicht gutheißen, glaube ich, aber bestimmt toleriert sie das, weil sie dich liebt. Wobei: das Stichwort „Gehirnwäsche“ trifft es bei ihr vermutlich besser. Ich weiß ja, wie gut und überzeugend du reden kannst. Hat bei mir ja auch lange genug funktioniert. Aber bei Ella hat es ja so gut gefruchtet, dass sie gar nichts mehr hören will. Selbst auf ihre Schwägerin wollte sie nicht hören. Die Schwägerin weiß, was zwischen dir und mir vorgefallen ist und wollte mit Ella sprechen. Aber sie wollte nichts wissen. Nun gut, soll sie sehenden Auges in ihr Verderben rennen! Spätestens wenn du ins Gefängnis gehst, wird sie alles erfahren.

Du weißt ja, dass die Staatsanwaltschaft mittlerweile den Fall übernommen hat. Man hat mich gefragt, ob ich schriftliche Belege habe, dass du dich als Major ausgegeben hast. Ja, die habe ich. Ich weiß zwar (noch) nicht, ob die vor Gericht zu verwenden sind, aber zur Not habe ich noch Zeugen. Du erinnerst dich…?!

Achja, mein Handeln hat übrigens nichts mit verletztem Stolz zu tun, weil du dich gegen mich entschieden hast – so wie du es glaubst. Himmel, was musst du von dir überzeugt sein, dass du das wirklich denken kannst! Ja, du hast recht, ich bin verletzt. Aber nicht, weil du dich gegen mich entschieden hast, nein. Nein, viel mehr, weil du es von Anfang an nicht ernst gemeint hast, weil alles ein abgekartetes Spiel war und weil alles erlogen war. Natürlich hat mich das verletzt, aber es macht mich vor allem wütend.

Du wirst deine gerechte Strafe bekommen!

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4 Kommentare zu „Der Soldat – Ein Brief

  1. Ach du schreck, was war/ist denn das für ein A-Loch?! Da freue ich mich ja jetzt schon auf Fortsetzungen…!
    Bitte verstehe mich nicht falsch jetzt, aber ich liebe deine Geschichten. Nicht das ich mich am Leid Anderer erfreue, aber die Art wie du es schreibst ist einfach herrlich ehrlich und so menschlich.
    Es gibt bei Facebook echt solche Gruppen!? Ich lach mich schlapp!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich warte auch darauf, dass ich endlich weiterschreiben kann 😉 weil dann endlich mal was passiert. Aber die Staatsanwaltschaft scheint noch im Winterschlaf zu sein…
      Ja, solche Gruppen gibt es wirklich. Und noch viel schlimmere.

      Gefällt 1 Person

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