Der Altenpfleger – Schlussphase

Und wieder einmal war ich auf die Nase gefallen! Wie so oft! Ich sollte mir angewöhnen, die Männer zu Anfang komplett zu durchleuchten, mit Kopie vom Personalausweis, polizeiliches Führungszeugnis, Schufa-Auskunft und sonstigen Referenzen. Jaja, ich weiß, hab ich beim Soldaten auch nicht gemacht. Aber der nächste Mann in meinem Leben, der wird sich echt Mühe geben müssen mein Vertrauen zu erlangen.

Der Altenpfleger hatte sich übrigens donnerstags doch noch gemeldet.

Er: Hallo (drei Zwinkersmileys)

Nein, ich hatte keine Lust zu antworten. Ich war beleidigt. Außerdem hatte ich am nächsten Tag mein erstes Date mit dem Soldaten. Ganz trotzig hatte ich mich mit ihm verabredet: wenn ich den einen nicht haben konnte, dann versuchte ich es halt mit einem anderen. Ich hatte damals eigentlich keine Lust auf das Date mit dem Soldaten, war eigentlich gar nicht in der Stimmung. Aber dennoch nutzte ich das Treffen dann um mich abzulenken, was ja auch gelungen war. Welch riesen Fehler! Aber das wisst ihr ja. Wahrscheinlich war ich wegen der Altenpfleger-Geschichte so anfällig für den Soldaten. Überhaupt war ich jahrelang Single gewesen bevor ich den Soldaten kennenlernte.

Ein paar Tage später sprach mich der Pfleger an als wir uns im Altenheim trafen: „Was war denn los am Donnerstag? Hab extra morgens meine Sportsachen eingepackt.“ Ja nee, is klar! Ich tat ganz verlegen: „Sorry, ich hab dich ganz vergessen.“ Interessanterweise sahen wir uns die nächsten Wochen nur noch selten. Er hatte Urlaub, war krank, sein Kind war krank (richtig, sein Kind) oder ich war zu Zeiten im Altenheim, wenn er keinen Dienst hatte. Ich suchte den Kontakt nicht mehr, wenn wir doch mal zeitgleich arbeiteten, immerhin hatte ich ja jetzt meinen Soldaten.

Als der Soldat dann an Krebs erkrankte und sich deswegen von mir trennte (oder so ähnlich, blödes Arschloch. (Verzeiht meine Ausdrucksweise!)), traf ich den Altenpfleger wieder mehr. Zufälle gibt’s! Doch irgendwann erzählte er mir, dass wir uns bald nicht mehr so oft sehen würden: „Ab nächster Woche bin ich krank“, sagte er und grinste breit. „Und nächsten Monat werde ich kündigen.“

Manchmal schreiben wir noch über Whatsapp. Gesehen habe ich ihn seitdem allerdings nicht mehr.

7 Kommentare zu „Der Altenpfleger – Schlussphase

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