Der Student – Sprachnachrichten

Am nächsten Tag ging es mir schlecht, so richtig schlecht. Ich stand irgendwann wankend auf, duschte und legte mich direkt wieder ins Bett. Abgesehen von Kopfschmerzen und Magenbeschwerden (jaja, der böse Alkohol) wurde ich immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt. All die Emotionen, die ich tief in mir verborgen hatte, kamen hervor. Ich war verletzt.

Aber genug gejammert, ihr wisst ja, wie sehr und warum ich dermaßen litt. Ich hatte noch schwach in Erinnerung, dass ich meine Telefonnummer weitergegeben hatte. Ich hatte auch eine neue Nummer in der Whatsappliste. Das Profilbild wirkte sympathisch. Der Mann auf dem Schwarzweiß-Bild war gutaussehend und vielleicht in meinem Alter. Ich bin so schlecht im Schätzen! Irgendwas zwischen 25-35?! Das ist das Problem, wenn man in einer Studentenstadt feiern geht: die Altersspanne nach unten ist fast unbegrenzt (naja, schlimmstenfalls 20 hätte er sein können).

Er meldete sich am nächsten Tag bei mir. Mit einer Sprachnachricht! Hallo? Wer verschickt denn Sprachnachrichten?? Aber er klang ganz nett und hatte eine superangenehme Stimme. Er stellte sich noch mal kurz vor und fragte, wie es mir ging. So ging es einige Tage hin und her: ich schrieb ihm, er schickte mir Sprachnachrichten und so langsam kam meine Erinnerung an den Abend zurück: er arbeitete in der IT-Branche, studierte nebenbei aber noch Philosophie. Das fand ich interessant. Philosophie und IT, irgendwie passte das nicht zusammen. Oder doch? Ansonsten ging er regelmäßig ins Fitness-Studio (sehr gut), kochte gerne (wie der Soldat), hörte alles Mögliche an Musik, quasi jede Stilrichtung (so wie ich) und schaute gerne TV-Serien (dieser Trend ist an mir komplett vorbeigegangen). Außerdem chillte er gern, das schien überhaupt sein Lieblingswort zu sein.

Mir machten die Gespräche mit ihm Spaß und es lenkte mich von meinem Kummer ab. Ob er der Richtige für mich sein könnte, wusste ich natürlich noch nicht. Ich müsste ihn mir erst mal nüchtern betrachten. Aber seine Stimme fand ich toll!

5 Kommentare zu „Der Student – Sprachnachrichten

      1. Ach, das geht erfahrungsgemäß vielen so, daß sie ihre eigene Stimme nicht mögen. Schon gar nicht aufgezeichnet wiederhören…
        Hätte ja glatt gesagt, schick mal… 🙂

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  1. Also das mit der Stimme nicht mögen, hatte ich auch mal, aber seitdem ich die Sprachnachrichten kenne und nutze, ist es gar nicht mehr so schlimm. Zudem kriegt man auf die Sprachnachricht viel mehr „Text“ sprich Inhalt als in so ne olle Textnachricht. Ich höre mir meine Nachrichten nach Aufnahme nochmal an, und die Stimme(meine) kenn ich nun inzwischen(lach).

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