Der Soldat – Aus! Zum zweiten.

Der Soldat versprach mir sich um das Geld zu kümmern. Von seinem Konto sei es schon abgebucht, erzählte er und wunderte sich, dass es noch nicht bei mir angekommen war.  Er wollte sich am nächsten Morgen melden um dich „Sache“ zu regeln. Tat er nicht. Ich meldete mich mittags bei ihm, worauf er mir erklärte, dass seine Bank samstags geschlossen hat. Das hätte ich ihm auch sagen können…

Er: Montagmorgen fahr ich zur Bank und kläre das.

Ich: Ich würde dann ganz gern Montag auch Ergebnisse sehen und nicht schon wieder hören, dass es zwei bis drei Tage dauert, bis gebucht wird. Ich finde, ich bin genug Kompromisse eingegangen und hab Zugeständnisse gemacht. So langsam muss von dir mal was kommen. Andernfalls werde das ganze wohl doch eskalieren lassen müssen, was sehr schade wäre, da du mir doch wichtig bist. Aber letztendlich will ich mich in einer Beziehung auf den anderen verlassen und ihm vertrauen können… und das Gefühl fehlt mir im Moment.

Keine Reaktion.

Ich: Schade, dass du dich dazu nicht äußerst

Er: Was bitte soll ich dazu sagen? Ich nehm das zur Kenntnis und kläre das. Wenn es dann geklärt ist, denke ich, sollten wir das mit uns besser auch lassen. Melde mich Montag.

Das wars dann wohl – mal wieder. Im ersten Moment war es wie eine Ohrfeige, doch schon kurz darauf überwiegte die Wut. Ich war nur noch genervt. Montags meldete er sich tatsächlich mal von sich aus.

Er: So, war gerade bei der Bank. Kein Plan was da schief gelaufen ist. Ich möchte das jetzt schnell geregelt haben. Ich hab jetzt einen Kredit aufgenommen für die gesamte Summe. Das wird jetzt geprüft und sobald es grünes Licht von der Bank gibt, werde ich dir das Geld persönlich geben. Dann sollte das auch gegessen sein… Über das Thema Beziehung mit uns beiden habe ich mir auch Gedanken gemacht. Ich glaube, ich möchte erst mal keine Beziehung. Darüber reden wir dann die Tage sobald ich wieder in der Nähe bin.

Ich: Dir ist schon bewusst, dass du mich schon wieder hinhältst?!

Er: Das hat nichts mit hinhalten zu tun. Es ist momentan die schnellste Möglichkeit das zum Ende zu bringen.

Mir war das alles egal. Ich wollte nur noch einen Schlussstrich ziehen. Mittwochs meldete er sich wieder.

Er: Guten Morgen! Ich habe am Freitag den Termin bei der Bank und danach melde ich mich wann ich vorbeikomme.

Ich: Super! Ich bin allerdings das ganze Wochenende nicht da

Er: Mhm okay. Wo bist du denn? Vielleicht kann ich da ja hin kommen.

Sollte ich jetzt lachen oder weinen? Wollte er mir ernsthaft hinterher fahren?

Ich: Glaube ich eher nicht. Bin bei meinem Bruder in Hamburg

Er: Okay. Ich weiß zwar noch nicht genau, ob ich nach HH fahre, aber dann sag ich dir Bescheid.

Ich: Nichts für ungut, aber ich glaube nicht, dass ich Zeit und Lust habe mich dann mit dir zu treffen. Wäre auch seltsam, wenn zum Geburtstagfeiern dazu kämest.

Kopfkino: Ich sitze mit meiner Familie in der Wohnung meines Bruders zusammen und wir feiern meinen Geburtstag, den meines Bruders und seiner Freundin nachträglich. Der Soldat kommt hinzu und überreicht mir einen Scheck. Eigentlich hätte ich es darauf ankommen lassen sollen. Interessante Situation.

Er: Nein, wir hätten uns bei mir treffen können.

Nein, das wollte ich nicht. Das hätte ich zeitlich auch gar nicht geschafft, da wir doch einiges auf dem Programm stehen hatten: Sightseeing, lecker essen gehen, shoppen. Keine Zeit für Vollidioten!

Da der Soldat noch bei seiner Oma in Oldenburg war, wollte er erst am Donnerstag nach meinem Hamburg-Trip vorbeikommen. Er sagte, dass er dann genug Ruhe und Zeit mitbringen würde. Nachmittags, 15.00Uhr. Doch morgens meldete er sich um abzusagen. Warum wunderte es mich nicht?

Er: Hey. Bin noch im Krankenhaus. Ich weiß noch nicht, ob ich heute rauskomme. Wie machen wir das? Selbst wenn ich raus komme, kann ich dir noch kein Geld geben. Das geht erst ab nächster Woche. Ich weiß, dass es jetzt wieder so wirkt, als wenn ich dich hinhalte. Das tu ich nicht. Mit dem Kredit hat es nicht geklappt, also muss ich mir was anderes überlegen. Sorry.

Ich: Achso. Eigentlich wolltest du mir das Geld ja letzte Woche schon geben. Warum machst du Termine, wenn du sie sowieso nicht halten kannst? Wenn du reden willst, kann ich auch zu dir ins Krankenhaus kommen. Und wenn du mir nichts zu sagen hast, kannst du mir deine aktuelle Anschrift geben. Dann regel ich alles weitere.

Er: Ich hab dir noch einige Sachen sagen wollen, aber ich weiß nicht ob du noch einen weiteren Sinn für uns siehst. Gib mir mehr Zeit, ich kann das momentan nicht so schnell regeln. Ich würde es schön finden, wenn du kommen kannst. Nur brauch ich jetzt mal Ruhe.

Blablabla, das ging noch eine Weile so hin und her. Er bettelte um mehr Zeit, ich sollte ihm eine neue Frist setzen. Mir war es egal, weil ich wusste, dass er auch eine neue Frist nicht halten würde. Ich startete meinen Laptop, um einen Mahnbescheid beim Amtsgericht zu beantragen. Kennt ihr euch damit aus? Das Formular gibt es online. Das wusste ich bereits, weil ich mir die Sachen schon vor langer Zeit rausgesucht hatte. Der Laptop fuhr hoch – und stürzte ab. Ich startete ihn neu – und er stürzte ab. Immer wieder. Keine Chance.

Ich: Du hast Glück gehabt. Ich kann die Sachen fürs Amtsgericht noch nicht mal fertig machen. Mein Laptop ist grade verreckt.

Oha, das saß wohl. Jetzt bettelte er noch eindringlicher nach einer weiteren Chance. Eine Woche später, am Samstag, wollte er vorbei kommen. Ich ließ mich darauf ein. Vielleicht war mein kaputter Laptop ein Omen 😉

5 Kommentare zu „Der Soldat – Aus! Zum zweiten.

  1. „Kopfkino: Ich sitze mit meiner Familie in der Wohnung meines Bruders zusammen und wir feiern meinen Geburtstag, den meines Bruders und seiner Freundin nachträglich. Der Soldat kommt hinzu und überreicht mir einen Scheck.“ Ich könnt brüllen vor lachen. Wenn es denn nicht so traurig wäre.

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  2. Ich denke, dir war zu dem Zeitpunkt schon klar, dass er krank ist. Psychisch gestört. Ich kenne auch Personen, die so sind. Das Heftige daran ist, sie wissen es auch. Sie haben sicher von klein auf mit solchen Geschichten die Leute ihrer Umgebung terrorisiert. Und sie werden mit zunehmendem Alter besser und besser darin. Das Wichtigste ist, dass sie unerkannt „arbeiten“, das bedeutet, niemand außerhalb der Aktionszone bekommt es mit. Heftig wird es, wenn der Sicherheitsbereich droht durchzubrechen. Da sind sie zu allem bereit. Diese Leute können im sonstigen Alltag gut funktionieren, solange sie einen Aktionsbereich haben, in dem sie sich abreagieren können. Das ist eine sehr spannende Geschichte. Ich bin gespannt, wie sie ausgeht.

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