Der Soldat – Sein Geburtstag

Entschuldigt, dass ihr jetzt erst wieder was von mir zu lesen bekommt. Ich war die letzten Tage viel unterwegs, ich habe nämlich Urlaub. Übers Wochenende war ich in Hamburg. Das hatte ich ja bereits erzählt. Falls ihr gedacht habt, dass ich mit dem Soldat unterwegs war – immerhin ist er dort ja aufgewachsen – dann täuscht ihr euch. Nein, ich habe meinen Bruder und seine Freundin besucht. Mein Höhepunkt des Wochenendes war der Besuch vom Tierpark Hagenbeck und das Elefantenfüttern 🙂 Mein Bruder hat aus dem Wochenende ein kleines Fotoshooting gemacht. Vielen Dank für die wunderschönen Fotos!

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Die letzten beiden Tage war ich mit einer Freundin im Wellnessurlaub, einfach mal entspannen. Auch wenn ich schon in besseren Wellnesshotels war, möchte ich mich nicht beklagen. Die Tage taten echt gut.

Aber jetzt will ich euch nicht weiter auf die Folter spannen, sondern ich erzählen, wie es mit dem Soldaten weiter ging.

Der Soldat hatte im Juni Geburtstag. Das war kein großes Thema und er schlug sogar vor, dass wir uns abends sehen könnten. Allerdings hatte ich gar nicht daran gedacht, dass er Geburtstag hatte. Morgens rief ich ihn an um zu gratulieren und fragte nach, ob er abends nicht mit seiner Familie feiern wolle. „Nein“, sagte er. „In meiner Situation ist mir sowieso nicht zum Feiern zumute. Da habe ich lieber einen ruhigen Abend mit dir.“ Oooooh, rosarote Wolken mit Zuckerguss und Herzchenglimmer schwebten durch mein Hirn. Er erzählte mir, dass sein Patenonkel schon zum Geburtstag vorbeigekommen sei. Er hatte ihm das neue Album von Udo Lindenberg geschenkt: handsigniert und mit persönlicher Widmung. Ja, man kennt sich! (Falls jemand von euch eine der folgenden Personen kennt, ich würde zu gerne wissen, ob der Soldat die Leute tatsächlich alle kennt: Udo Lindenberg, Christian Rach, Jan Fedder, Hugo Egon Balder, Jürgen Drews, Jürgen von der Lippe, Olivia Jones)

Der Soldat war die letzten Tage übrigens in Hamburg gewesen bei seinen Pflegeeltern. Abends an seinem Geburtstag wollte er zu mir kommen, extra aus Hamburg zurück fahren. Naja, nicht nur meinetwegen. Auch sein Sohn lebte ja hier in der Ecke, außerdem musste er demnächst auch wieder ins Krankenhaus. Abends schrieb er mir dann:

Er: Irgendein Vollidiot blockiert die Autobahn. Ich steh im Stau. Weiß noch nicht wann ich ankomme!

Ich: Schade.

(Zwei Stunden später)

Er: Bin jetzt endlich zu Hause. Sorry, ich komm nicht mehr vorbei, bin total k.o. Sehen wir uns morgen?

Ich: Dann erhol dich mal. Wäre schön, wenn wir uns morgen sehen!

Wir sahen uns wirklich am nächsten Tag. Er würde bald in die Uniklinik müssen, deswegen war unser Treffen sehr intensiv. Ich weiß noch, dass er mir einen riesigen Knutschfleck auf den Brustansatz machte, in Herzform, damit ich ihn so schnell nicht vergesse. Er wünschte sich, dass ich ihn im Krankenhaus besuchte, sobald er sich gut genug fühlte. Die ersten Tage seien immer die härtesten, sagte er. Dann wollte er niemanden sehen.

Ich hatte übrigens auch ein Geburtstagsgeschenk für ihn. Das hatte ich tags vorher beim Einkaufen entdeckt. „100 Dinge, die ein Mann in seinem Leben getan haben muss“. Ich fand es erst etwas makaber, wenn man seine Krankheitsgeschichte bedenkt. Letztendlich war es aber dennoch passend. Der Soldat schien sich zu freuen und blätterte die „To-do-Liste“ durch: „ ‚Über die Reeperbahn laufen‘ hab ich schon, dort bin ich aufgewachsen. ‚Bügle deine Hemden selbst‘, nie im Leben, für sowas habe ich eine Bügelfee! ‚Besteig einen Berg‘, das werde ich wohl nicht mehr schaffen. ‚Heirate oder mach zumindest einen Antrag‘, dazu werde ich wohl auch nicht mehr kommen…“ und so ging es weiter. Er erzählte auch, dass er schon so eine Liste hatte. Seine Kumpels in Hamburg hatten sie für ihn geschrieben. Und was stand darauf? „Bier trinken und Sex mit ganz vielen Frauen haben“, er grinste. „Aber dazu bin ich gar nicht mehr in der Lage. Du reichst mir.“ Und er küsste mich.

 

10 Kommentare zu „Der Soldat – Sein Geburtstag

    1. 😆 Tja, das kan nicht jeder. Vielleicht versteht ihr jetzt, warum ich dem Kerl so vefallen war.
      Die Herzform entsteht, wenn du zwei Flecken nebeneinander machst. Unten müssen sie sich berühren und oben ein stückchen auseinander sein. Weißt du wie ich es mein?

      Viel Spaß beim üben! 😁

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      1. Sowas dauert aber und geht über drei oder vier Ecken und die müssen da auch mitspielen (Redaktion, Promoter, etc.). Probieren kann ich’s – versprechen kann ich aber nichts, weil ich keine Versprechen abgeben will, die am Ende leer sind.

        Ist übrigens ein wirklich gelungenes Foto im Blogheader. Speicherstadt ist auch ein toller Ort dafür. 😉

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      2. Nein, ganz ruhig und wenn sich die Gelegenheit ergibt, fühle ich da mal vor.

        Ja klar, das Model auch. 😉 Da ist auch eine tolle Symmetrie im Foto, finde ich. Wenn ich – nur noch selten – in HH bin, gibt es in der Regel auch immer einen kleinen Abstecher in die Speicherstadt. Allerdings ohne Fotos, das wär nix. 🙂

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