Der Soldat – Vorweihnachtszeit II

Weihnachten rückte näher und somit die Frage, was ich dem Soldaten zu Weihnachten schenken sollte. Sollte ich ihm überhaupt etwas schenken? Wir hatten nicht darüber gesprochen, aber immerhin waren wir seit zwei Monaten zusammen. Ich wusste zunächst auch überhaupt nicht, wie ich ihm eine Freude machen konnte.

Hobbys? Tennis, Squash, an seinen Oldtimern schrauben… dafür hatte er selbst kaum Zeit und was hätte ich ihm da schenken sollen?!
Ein Foto von mir? Ach nein, sowas hatte ich verschenkt, als ich 16 war.
Schmuck? Er trug zwar Uhren oder Armbänder, aber in einer Preisklasse, die mein Budget sprengte.

Da er nach wie vor gestresst war und nur noch in den Urlaub wollte (nach Ibiza, sein Onkel hat da ein Haus), machte ich ihm ein Entspannungspaket: Badesalz, selbstgebackene Plätzchen, Kinogutschein, eine Kerze für entspannendes Licht und ein Massagegutschein. Natürlich war das Ganze nicht ohne Hintergedanken. Er hatte mal erzählt, dass er keine Badewanne hat (seine Wohnung kannte ich ja immer noch nicht) – ich habe sehr wohl eine Badewanne. Den Kinogutschein schenkte ich, damit wir einfach mal rauskamen. Wir trafen uns immer nur nach Feierabend, zwischen zwei Terminen. Nie blieb er über Nacht, er musste immer weiter, arbeiten, mit dem kranken Kind zum Arzt, hierhin und dorthin. Der Massagegutschein war natürlich für eine Massage bei mir, privat, nach Feierabend und als Hausbesuch, damit ich endlich mal seine Wohnung kennenlernte. Dafür hatte ich eine ganz süße Karte gekauft, die ihr auf dem Bild sehen könnt. Ich fand sie sehr schön und passend.

Drei Tage vor Weihnachten schrieb ich ihm, dass ich noch eine Kleinigkeit für ihn hätte. Eigentlich war nicht geplant, dass wir uns noch vor Weihnachten sehen würden, da er wieder zu viel arbeiten musste. Außerdem war sein Sohn krank. Keine Ahnung, warum sich die Mutter nicht kümmern konnte oder wollte (das schien sowieso eine ganz seltsame Frau zu sein, so wie der Soldat immer auf sie schimpfte). Mal abgesehen davon musste ich natürlich auch arbeiten und wollte abends zum Pferd bzw. zum Lauftraining, immerhin stand mir ein Marathon bevor. Ja, auch meine Zeit war knapp bemessen, ich will nicht immer dem Soldaten die Schuld zuschieben, wenn wir uns nicht treffen konnten. Aber: ich hatte mehr und mehr das Gefühl, dass er mir häufiger absagte als anders herum. Doch zurück zum Geschenk:

Ich: Ich hab übrigens noch was für dich (Foto vom Paket)

Er: Oh man, du sollst mir doch nichts schenken. Jetzt muss ich ja auch nochmal los…

Ich wusste ja, dass er kaum Zeit hatte. Selbst für seinen Sohn hatte er die Geschenke über Amazon bestellt. Aber hätte er da nicht auch mal an mich denken können?

Ich war ein wenig enttäuscht!

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