Der Soldat – Männerschnupfen

Der Soldat war krank, er hatte einen Schnupfen. Nein, keine unangenehme Befindlichkeitsstörung, sondern den gefährlichen Männerschnupfen. Hierbei handelt es sich um jene Krankheit, bei der Mann sich unglaublich schlecht fühlt, rumjammert, schnieft, bedauert werden, aber auf jeden Fall seine Ruhe haben will. Jene Krankheit endet in der Regel nicht tödlich, da Mann nach einer Woche das Leiden satt hat und dem Tode noch so gerade von der Schippe springt.

Der Soldat war in Afghanistan gewesen, hatte einen Granatsplitter im Fuß und eine Kugel in der Brust überlebt. Jetzt starb er am Männerschnupfen – zumindest fast.  Zugegeben, er hatte Fieber, aber jede Frage nach seinem Befinden beantwortete er mit „Beschießen“ (eindeutig ein Soldat).

Ein paar Tage später wurde ich selbst krank. Wahrscheinlich war das rein psychosomatisch und aus Mitgefühl. Angesteckt hatte ich mich nicht, dafür hatten wir uns zu lange nicht gesehen. Drei Tage riss ich mich zusammen, schniefte, quälte mich auf der Arbeit durch den Tag um abends festzustellen, dass ich Fieber hatte. Morgens war die Temperatur aber jedes Mal wieder runter, sodass ich arbeiten konnte. Es war ja auch nur ein Frauenschnupfen.

Doch dann hatte ich auch tagsüber Fieber und ich ging nach einer Stunde Arbeit wieder nach Hause. Das war übrigens das erste Mal in meinem Arbeitsleben, überhaupt das erste Mal seit 10 Jahren, dass ich Fieber hatte. Der Soldat wollte vorbei kommen, als er hörte, dass ich krank war. Aber ich wollte erst mal ins Bett und zwar alleine. Er war doch tatsächlich eingeschnappt, dass ich ihn nicht sehen wollte…

Moment mal! Wir hatten uns seit einer Woche nicht gesehen, weil er einen Männerschnupfen hatte! Und jetzt musste ich für ihn parat stehen? Nein, erst einmal brauchte ich Schlaf.

Nach vier Stunden Schlaf ging es mir bedeutend besser. Nun hätte ich den Soldaten gerne gesehen.

Doch er war schon wieder arbeiten.

2 Kommentare zu „Der Soldat – Männerschnupfen

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